UPSIDE INSIGHTS: Wo steht der Restart in FrankfurtRheinMain?

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  • 13.07.2021

Wirtschaftsinitiative legt mit drei Mitgliedern gemeinsames Business-Talk-Format auf

Zeit für neue Sichtweisen: UPSIDE INSIGHTS heißt der „Top-Level-Talk über FrankfurtRheinMain", den die Mitgliedsunternehmen Convent, Jazzunique, Neumann&Müller und die Wirtschaftsinitiative jetzt gemeinsam ins Leben gerufen haben. Über den Dächern von Frankfurt, in den obersten Hochhausetagen sprechen künftig Entscheider und Experten aus unterschiedlichsten Branchen über Themen, die die Wirtschaft und Gesellschaft der Metropolregion bewegen. Zunächst digital, absehbar hybrid mit Gästen vor Ort – und moderiert von Bärbel Schäfer. Ausgabe eins hatte sich das Thema der Stunde vorgenommen: Wie wird FrankfurtRheinMain nach oder vielmehr mit Corona neu starten? Das Event-Projekt zeigt: Mit Netzwerk-Power lässt sich gemeinsam viel erreichen!

Im Fifty Heights, dem 50. Stock des Tower 185 an der Frankfurter Friedrich-Ebert-Anlage, nahmen drei der fünf Diskussionspartner Platz, zwei wurden digital zugeschaltet, einer sogar aus Dubai. TV-Moderatorin Bärbel Schäfer führte live durch den einstündigen Talk – gewohnt souverän und nie um eine überraschende Frage verlegen. Von ihren Gästen wollte sie hoch über der Stadt wissen, wie das „Back to the New Normal" in der Aviation-, Banken,- Entertainment- und Hotelbranche sowie aus der Startup-Brille aussieht und wie sie aktuell auf die Wirtschaftsregion FrankfurtRheinMain blicken. Durchschnittlich über 120 Teilnehmer klinkten sich auf der eigens eingerichteten virtuellen Plattform in den Livestream ein und beteiligten sich auch mit Fragen.

Fünf Branchen, ehrliche Antworten, hoffnungsvolle Perspektiven

Dr. Pierre Dominique Prümm, Vorstand Aviation und Infrastruktur bei Fraport, machte den Anfang mit einem direkten Statement, das insbesondere für die Luftfahrt, aber auch für andere Wirtschaftssektoren gilt: „Es war hart." Fraport hatte 2019 mit über 70 Millionen Fluggästen ein absolutes Rekordjahr hingelegt, dann kam Corona. Doch der Flughafenbetreiber konnte sich schnell auf die neue, nie dagewesene Situation einstellen. Jetzt gehe es wieder spürbar bergauf. Dr. Prümm ist überzeugt, dass der Luftverkehr voll zurückkommen wird: „Das Grundbedürfnis der Mobilität bleibt." Es werde strukturelle Veränderungen geben, gerade im Bereich der Business-Reisen. Im Privatreisegeschäft sieht er dank einer weltweit steigenden Mobilität und wachsenden Mittelschicht viel Potenzial. Oft werde auch übersehen, dass Frankfurt der größte Frachtflughafen Europas sei. Und fast 50 Prozent des Fraport-Geschäfts komme inzwischen von außerhalb des Heimatflughafens. „Herausforderung Nummer eins wird für uns das klimaneutrale Fliegen sein."

Nicht lamentieren, sondern die Situation annehmen: Das war und ist das Credo von Bernd Breiter. Der BigCityBeats-Geschäftsführer, der mit dem World Club Dome jährlich eine der weltweit größten Musikveranstaltungen realisiert, musste den kompletten Stillstand hinnehmen. „Es war sehr leise. Aber wir haben im Hintergrund die Zeit kreativ genutzt", sagte er im Talk. Im September steht der nächste World Club Dome auf dem Plan, wie gewohnt in der Frankfurter Fußballarena und nun mit einem sehr ausgeklügelten Schutzkonzept. „Kultur und Entertainment hatten eine schwere Zeit – wir reden hier immerhin über die zweitgrößte Branche in Deutschland nach dem Automobilbereich. Aber man sollte immer positiv bleiben. Menschen wollen etwas fühlen und erleben. Wenn wir das Virus im Griff haben, wird ein Ventil aufgehen." Ungewöhnliche Ideen hat er dafür genug in petto – sie reichen bis zur DJ- oder Koch-Session mit einem Astronauten, der aus dem Orbit zugeschaltet wird.

„Die Corona-Krise ist noch nicht vorbei. Wenn das Aussetzen der Insolvenzregelungen ausläuft, wird noch etwas kommen, aber es wird keine zweite Finanzkrise werden, die Banken sind heute viel besser aufgestellt", prognostizierte Tobias Vogel, Vorstandsmitglied bei UBS Europe, Head Investment Bank und Head Global Wealth Management Germany. Die UBS habe im Lockdown 60.000 ihrer rund 70.000 Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. „Das hat hervorragend funktioniert. Corona hat unsere digitale Weiterentwicklung fünf Jahre nach vorne gebracht. Wir werden künftig mehr Flexibilität haben als vorher." Der Politik und den Zentralbanken spricht er ein Lob aus. „Sie haben in der Krise sehr gut und schnell reagiert." Für die Region FrankfurtRheinMain sieht er positive Perspektiven, auch durch den Brexit und neue Bankenansiedlungen. „Aber wir reden hier von einem Marathon, nicht von einem Sprint."

Den Hotels ging es ähnlich wie dem Luftverkehr. Stefan Frank, Senior Director Operations, Upscale Brands, Deutsche Hospitality: „Auch wir hatten ein sehr gutes Jahr vor Corona. Durch die Lockdowns war unsere Branche dann stark betroffen. Wir haben einen riesengroßen Lernprozess durchlaufen. Jetzt geht es wieder los. Das Bedürfnis nach persönlichen Begegnungen wird sich durchsetzen." Die Hospitality-Branche habe stark vom Instrument der Kurzarbeit profitiert. Jetzt gelte es, nicht nur Altes zu reaktivieren, sondern Produkte weiterzuentwickeln und neue Geschäftsfelder zu erschließen – in Kombination mit digitalen Möglichkeiten. Positiv sieht Frank auf der politischen Ebene den „Masterplan Tourismus 2030" der Stadt Frankfurt.

„Wie viel Optimismus braucht man, um in der Pandemie zu gründen?" Das fragte Bärbel Schäfer Dr. Iris Liliana Bleck, Co-Founder and CEO von FintechX, die die Runde komplettierte. „Investoren und Vendoren-Gespräche liefen auf Zoom erstaunlich gut", berichtete die Jungunternehmerin. Personalaufbau und Onboarding neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein großes Thema für Startups, seien jedoch in der Tat herausfordernd. Ob sie sich in der Region unterstützt fühle, wollte Bärbel Schäfer noch wissen. Schließlich gewinnt die Startup-Szene zunehmend an Bedeutung für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts FrankfurtRheinMain. „Als FinTech ist für uns politisch und regulatorisch vor allem die europäische Ebene relevant." Für die Region wollte sie dennoch eine Lanze brechen. Die kurzen Wege, die Internationalität, das kulturelle Angebot seien große Pluspunkte. Und auch die Professionalität der Test- und Impfzentren müsse man gerade im internationalen Vergleich wertschätzen.

Netzwerk-Power für FrankfurtRheinMain

„UPSIDE INSIGHTS – Der Top-Level-Talk über FrankfurtRheinMain" soll künftig mehrfach pro Jahr stattfinden. Das Hybrid-Konzept erlaubt dabei ein flexibles Setting. Auf der Agenda stehen alle Themen zur Zukunftsgestaltung der Metropolregion. Zu den Veranstaltungspartnern gehören drei renommierte Mitgliedsunternehmen: Convent bringt sein Know-how als Premium-Konferenzveranstalter ein. Jazzunique steuert seine eigenentwickelte Online-Plattform exparea bei, die ein hochwertiges Zusammenkommen im virtuellen Raume ermöglicht. Zudem zeichnet sich Jazzunique verantwortlich für die Gesamtprojektleitung, die Regie, das Design und das Bühnensetting. Neumann&Müller kümmert sich um die anspruchsvolle Veranstaltungstechnik. „Vielen Dank an Stefan Schroeder, Jesper Götsch, Steffen Wollbeck und ihre Teams für ihr Engagement. Mit Netzwerk-Power lässt sich gemeinsam viel erreichen", betonte Wirtschaftsinitiative Geschäftsführer Jörg Schaub. In der Diskussionsrunde werden sich zudem auch immer wieder Unternehmen aus dem Kreis der knapp 130 Mitglieder beteiligen – so wie bei Ausgabe eins die Vertreter von Fraport, UBS und Deutsche Hospitality. „Wir sind sehr froh über den erfolgreichen Start des neuen Formats und freuen uns darauf, diese Plattform mit unseren Mitgliedern und Partnern gemeinsam in der Region zu etablieren."

 

Video © Jazzunique

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