Mitglied creditshelf: Fünf Fragen an Firmenkundenbetreuer Stefan Hnida

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  • 24.09.2020

„Die Unternehmen in Frankfurt und Rhein-Main haben gut auf die aktuelle Situation reagiert“

Der Game-Changer Corona macht vor keiner Branche halt. Unternehmer weltweit kämpfen um ihre Liquiditätssicherung und versuchen sich gleichzeitig auf die Zeit einzustellen, in der sie wieder Mittel für Wachstum brauchen. Eine große Herausforderung. Gut, dass es da Partner wie unser Mitglied creditshelf gibt. Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Jörg Schaub wollte von Firmenkundenbetreuer Stefan Hnida unter anderem wissen, wie gefragt die digitalen Lösungen des innovativen Mittelstandsfinanzierers jetzt sind, ob die vielfältigen Hilfs- und Kreditprogramme eine „staatliche Konkurrenz" darstellen und wie die Unternehmen in FrankfurtRheinMain durch die Krise kommen. Fazit: „Vieles, was früher unvorstellbar war, ist nun oft ganz normal."

Herr Hnida, Sie betreuen seit drei Jahren die Firmenkunden von creditshelf. Die Covid-19-Pandemie gilt als globaler „Game-Changer". Haben sich die Kundenanforderungen und -bedürfnisse auch bei Ihnen radikal geändert?

Die Covid-19-Pandemie ist eine beispiellose Herausforderung für uns alle. Das gilt nicht nur für unsere Kunden aus dem deutschen Mittelstand, sondern natürlich auch für uns. Unsere Kunden haben dabei nach unserer Wahrnehmung verschiedene Phasen durchlaufen. Zunächst einmal ging es darum, Liquidität zu sichern und auf sämtliche Eventualitäten vorbereitet zu sein. Das haben wir deutlich in unseren Anfragezahlen, insbesondere im März und April, gespürt. Nach dieser ersten Phase sehen wir jetzt, dass viele Mittelständler den Blick wieder nach vorne richten, um bei der erwarteten wirtschaftlichen Erholung dabei sein zu können. Dazu bedarf es natürlich ausreichend Fremdkapital und Liquidität.

Was wir sehen, ist, dass die Corona-Pandemie die Bereitschaft für digitale Lösungen und damit alternative Anbieter wie uns nochmals erhöht hat. Vieles, was früher unvorstellbar war, Video-Calls, digitale Unterschriften oder ähnliches, ist nun oft ganz normal.

Für zahlreiche unserer Kunden geht es aber gerade jetzt auch um Geschwindigkeit. Und hier haben wir durch unsere digitale Plattform und Analysetechnologie einen Vorteil gegenüber den traditionellen Hausbanken.

Als Finanzdienstleister haben Sie insbesondere den Mittelstand im Visier. Stellen die aktuell vielfältigen Hilfsprogramme von Bund und Ländern nicht auch eine staatliche Konkurrenz zu Ihren Produkten dar oder sehen Sie sie eher als sinnvolle und notwendige Ergänzung?

Das, was die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der KfW, den Banken und vielen weiteren Teilnehmern für mittelständische Unternehmen aufgestellt hat, verdient höchsten Respekt und ist eine absolut notwendige Unterstützungsmaßnahme. Daher haben wir die Maßnahmen der Bundesregierung von Anfang an begrüßt, sie kommen ja auch unseren Bestandskunden zugute. Klar ist aber auch, dass staatlich subventionierte Kreditangebote einen Einfluss auf die Kreditnachfrage bei uns haben. Dennoch ist unser Leistungsangebot gut nachgefragt. Wir gehen davon aus, dass die staatlich subventionierten Angebote nur temporär und nicht dauerhaft sind.

Wo drückt bei Ihren Kunden gerade der Schuh? Welche Branche steht nach Ihrer Auffassung vor der größten Herausforderung? Ab wann rechnen Sie vielleicht sogar mit einer Normalisierung?

Viele Unternehmen haben durch die KfW-Fördermittel erst einmal ausreichend Liquidität erhalten, um die nächsten Monate von diesem Polster zu zehren. Der erhöhte Verschuldungsgrad bei Unternehmen und die abnehmenden Erträge sorgen aber dafür, dass diese beiden Kennzahlen in ein herausforderndes Verhältnis geraten. Gerade wenn Mittel benötigt werden, um das im Rahmen des Aufschwungs erwartete Wachstum zu finanzieren, wird es für die Unternehmen in der Zukunft schwieriger. Dies ist vielen Mittelständlern bewusst und daher wagen sie zunehmend den Blick über den Tellerrand der klassischen Finanzierungswege. Genau hier kann creditshelf unterstützen.

Mit Blick auf unsere Kunden erleben wir bis dato eine sehr gute Behauptung in der Krise. Die besonders betroffenen Branchen sind aktuell sicherlich Tourismus, Hotellerie und Gastronomie. Branchen, in denen wir ohnehin nicht nennenswert engagiert sind. Ansonsten hängt sicherlich sehr viel davon ab, ob die erwartete wirtschaftliche Erholung tatsächlich so zeitnah und stark eintritt und wir nicht noch einen Dämpfer im Zuge eines erneuten Shutdowns erleben müssen. Dieser wäre sicherlich auch psychologisch sehr schwierig für die gesamte Wirtschaft.

Sehen Sie spezielle Ausprägungen in der Metropolregion FrankfurtRheinMain? Sind unsere Unternehmen besser aufgestellt als in anderen Regionen oder durch den höheren Internationalisierungsgrad vielleicht sogar besonders betroffen von der Pandemie?

Die Covid-19-Pandemie hat unabhängig von Branche, Region und Produkt- oder Dienstleistungsspektrum viele Unternehmen kalt erwischt. Die Unternehmen, die ich in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet betreue, haben gut auf die aktuelle Situation reagiert und Maßnahmen eingeleitet, die einen fortlaufenden Geschäftsbetrieb für die nächsten Jahre sicherstellen. Dies ist vor allem auf eine gute Marktposition der Unternehmen, eine ordentliche Unternehmensführung und ein verhältnismäßig gutes Kapitalpolster aufgrund erfolgreicher Vorjahre zurückzuführen.

Zum Abschluss bitte noch Ihre persönliche Einschätzung: Homeoffice oder „back to Office"? Wird sich Remote Work langfristig durchsetzen oder – wenn ein Impfstoff verfügbar ist – wieder auf dem Vor-Corona-Niveau einpendeln?

Ich denke, es sollte ein gesundes Verhältnis zwischen Homeoffice und Büro geben. Die seit Jahren seitens der Arbeitnehmer geforderte Flexibilität wurde erst durch dieses einschneidende Ereignis möglich gemacht. Das ist ein wichtiger Durchbruch. Persönlich für mich kann ich sagen: Ich bin sehr gerne im Büro und setze mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen und Kunden am liebsten persönlich zusammen. Daher genieße ich es, dass unser Büro nach einer längeren Homeoffice-Phase wieder lebendiger ist. Als junges Unternehmen sind wir aber in der Lage, vollständig flexibel zu arbeiten und ich denke schon, dass wir das in dieser Form beibehalten. Wie bei so vielen Dingen gilt auch hier: Die Mischung macht's.

Vielen Dank!

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