Neumitglied The Fritten: Welcome-Interview mit Siyamak Jung, Leonie Schüssler und Niels Verlemann
„Was die Region besonders macht, ist die Kombination aus Kapital und Kultur“
Aus Kartoffeln werden Fritten – und aus Potenzialen echte Werte: The Fritten setzt dort an, wo Unternehmen ihre Zukunft neu denken und aktiv gestalten wollen. Als Neumitglied bringt die Kreativberatung frische Perspektiven in die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain ein. Im Interview mit dem Führungstrio Siyamak Jung, Leonie Schüssler und Niels Verlemann geht es um ungenutzte Potenziale in Unternehmen, die besondere Dynamik der Region – und warum gerade hier Kapital und Kreativität zusammenfinden. Welcome!
Herr Jung, Frau Schüssler, Herr Verlemann: Herzlich willkommen in der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain! „The Fritten“ – das klingt spannend. Was sollte man über Ihr Unternehmen wissen?
Leonie Schüssler: Vielen Dank, wir freuen uns sehr, dabei zu sein. The Fritten ist eine Kreativberatung, mit dem klaren Fokus auf Zukunft und Wachstum. Wir kommen dann an den Tisch, wenn es um grundlegende Fragen geht: wenn Marken geschärft, Zielgruppen neu gedacht oder Geschäftsmodelle weiterentwickelt werden sollen. Unsere Rolle ist es, Potenziale sichtbar zu machen und in Wert zu übersetzen. Das symbolisiert auch unser Name: Aus etwas vermeintlich Gewöhnlichem – wie einer Kartoffel – konnte damals durch eine neue Perspektive und Umsetzung etwas deutlich Wertvolleres entstehen. Daher ist für uns jede Herausforderung wie eine Kartoffel. Unser Job ist es, daraus Fritten zu machen. Wir arbeiten mit Entscheiderinnen und Entscheidern, die gestalten wollen und können: mittelständische und familiengeführte Unternehmen, aber auch Investoren, die ihre Portfolios weiterentwickeln möchten. Am Ende geht es immer um dasselbe: mehr Wert aus dem machen, was bereits da ist.
Welche Zukunftsthemen bewegen Ihr Beratungsgeschäft derzeit besonders?
Siyamak Jung: Die wichtigsten Zukunftsthemen in unserem Geschäftsfeld entstehen gerade aus einem Spannungsfeld: Effizienz auf der einen Seite und echte Wertschöpfung auf der anderen. Viele Unternehmen beschäftigen sich aktuell stark mit Cost Cutting, Optimierung und Digitalisierung. Vor allem getrieben durch Künstliche Intelligenz (KI). Das ist wichtig, aber es löst nur einen Teil der Aufgabe. Auf Geschäftsführer-Level entsteht zunehmend der Bedarf nach Sparringspartnern, die über das Tagesgeschäft hinausdenken und helfen, die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Denn die entscheidenden Fragen sind: Was machen wir mit den Ressourcen, die durch KI frei werden? Und wie schaffe ich Zukunft in einer Welt, die sich in Lichtgeschwindigkeit zu verändern scheint? Genau hier setzen wir an. Wir verstehen diese Ressourcen und sogar die Unsicherheiten als Chance, wieder in eine aktive Gestalterrolle zu kommen und neue Wertpotenziale zu erschließen. Gleichzeitig sehen wir ein strukturelles Thema: Deutschland ist stark in Technologie und Know-how, aber oft schwächer in der Kommerzialisierung im Vergleich zu Märkten wie den USA oder auch UK. Unser Ansatz ist es, genau diese Lücke zu schließen – durch kreative Methodik und unternehmerisches Denken, das vorhandene Stärken besser in Wert übersetzt.
Welche Rolle spielt die Metropolregion FrankfurtRheinMain für Ihr Unternehmen – und für Sie persönlich?
Niels Verlemann: Die Metropolregion FrankfurtRheinMain spielt für uns im wahrsten Sinne des Wortes eine zentrale Rolle. Geografisch liegt sie im Herzen Deutschlands und ist ein wichtiger Knotenpunkt. Das macht sie nicht nur gut erreichbar, sondern auch zu einem Ort, an dem viele Ströme zusammenlaufen, wirtschaftlich wie kulturell. Was die Region besonders macht, ist die Kombination aus Kapital und Kultur. Als Finanzzentrum Deutschlands sitzen hier die finanziellen Möglichmacher. Und gleichzeitig gibt es eine wachsende unternehmerische Szene mit kreativen Ideen. Für uns ist genau diese Mischung entscheidend: Menschen, die Fortschritt gestalten wollen, und Menschen, die ihn möglich machen. Wir glauben, dass darin auch die Zukunft der Region liegt, als Ort, an dem beides enger zusammenkommt und Teil eines gemeinsamen Geschäftsmodells wird. Auch persönlich sind wir sehr froh, dass diese spannende und schöne Region unser Zuhause ist.
Welche Stärken sehen Sie in unserer Region, wo gibt es Verbesserungsbedarf?
Niels Verlemann: FrankfurtRheinMain ist ein echter Knotenpunkt, geografisch, wirtschaftlich und kulturell. Offenheit und Internationalität sind hier kein Anspruch, sondern Alltag. Die besondere Stärke liegt in den Gegensätzen: Finanzkraft trifft auf Kreativität, globale Perspektiven treffen auf lokale Verwurzelung. Genau aus dieser Spannung entsteht Dynamik. Dazu kommt die kompakte Struktur: kurze Wege und direkte Zugänge. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber vielen anderen Metropolen. Im internationalen Vergleich steht Frankfurt sehr solide da, vor allem durch seine wirtschaftliche Bedeutung und Vernetzung. Das größte Potenzial liegt darin, diese Stärken selbstbewusster zu nutzen und sichtbarer zu machen, besonders an der Schnittstelle von Kapital und Kreativität.
Was erwarten Sie als neues Mitglied von einem regionalen Business-Netzwerk wie der Wirtschaftsinitiative? Und was ist Ihre Motivation, sich hier aktiv einzubringen?
Leonie Schüssler: Wir sehen die Wirtschaftsinitiative vor allem als Ort für echten Austausch und neue Perspektiven. Wir möchten verstehen, wie andere Unternehmen, Banken und Kapitalinvestoren mit aktuellen Herausforderungen umgehen und gleichzeitig unsere Sicht auf Wertschöpfung einbringen: nämlich das Potenzial im Bestehenden zu erkennen und besser zu nutzen.
Zu den Personen:
Leonie Schüssler, Niels Verlemann und Siyamak Jung sind die geschäftsführenden Gesellschafter von The Fritten. Sie vereinen strategische, unternehmerische und kreative Perspektiven in einem gemeinsamen Anspruch: Unternehmen früher, klarer und wirksamer zu gestalten. Zuvor verantworteten sie in führenden Rollen bei Agenturen wie Ogilvy und Envy nationale und internationale Mandate auf oberster Ebene. Diese Erfahrung prägt ihren Ansatz bis heute: nah an Entscheidungen, mit klarem Fokus auf Wachstum und Wertschöpfung.
Foto © The Fritten