Wirtschaftsgespräche am Main mit Dr. Heinrich Hiesinger

Veranstaltungen

  • 22.02.2013

Die Wirtschaftsinitiative begrüßt Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG

Persönlich engagiert, prägnant und überzeugend gab der Vorstandvorsitzende der ThyssenKrupp AG, Dr. Heinrich Hiesinger, unter dem Titel „Kultur, Führung, Vernetzung“ einen tiefen Einblick in den Umbauprozess des Traditionskonzerns. Sein Plädoyer galt insbesondere dem Thema gelebter Führung, die er durch Klarsicht, Zielorientierung und stringente Entscheidung charakterisiert. Die über 80 Gäste beim 83. Executive Luncheon im Frankfurter Hotel InterContinental waren beeindruckt, wie der ThyssenKrupp Vorstand durch die schwierige Restrukturierung steuert und dabei zugleich mit Engagement und Leidenschaft den eigenen Anspruch anschaulich einlöst. 

Gleich zu Beginn erstaunte Dr. Hiesinger seine Zuhörer aus Wirtschaft und Gesellschaft, als er die große Leistungsbreite der ThyssenKrupp AG aufzählte – von Aufzügen über komplette Flugsteige bis hin zur Spezial-Logistik und innovativen Düngemittelanlagen reicht das Feld. Der immer noch primär als „Stahlkocher“ wahrgenommene Konzern, werde demnächst nur noch zu 30 Prozent im ursprünglichen Geschäft zu Hause sein. „Wir verstehen uns heute als technologieorientiertes Unternehmen, mit herausragenden Leistungen der Ingenieurskunst. Diese Themen bringen die Augen vieler Mitarbeiter zum Leuchten.“ So skizzierte Dr. Hiesinger in klaren Worten den Kulturwandel, den das Unternehmen durchlebt und betonte dabei die Rolle, welche der Kommunikation der Führung nach Innen und Außen für das Gelingen des Umbaus zukommt.

Auch die schmerzhaften Veränderungen durch den Verkauf großer Teile des angestammten Geschäfts seien durch offene, faire und nachvollziehbare Handlungen vermittelt worden. Die Orientierungslinie bildet ein von den Mitarbeitern entwickeltes Leitbild, das konsequent in der Unternehmensführung umgesetzt werde. Und an zahlreichen Beispielen machte er deutlich, dass er sich dabei in allen Belangen selbst zuvorderst in die Pflicht nimmt. Pointiert brachte er seine kritische Distanz zu hergebrachten Managementprinzipien auf den Punkt: „Führungskräfte arbeiten zu viel und denken zu wenig“. Gesunde Distanz schaffe gerade in schwierigen Entscheidungssituationen mehr Klarheit und Gestaltungskraft. In der anschließend von Werner D´Inka moderierten Diskussion wurde deutlich, dass die schwierigen industriepolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland einen engagierten Kampf zur Sicherung der heimischen Stahlproduktion bei ThyssenKrupp erforderlich machen. 

In ihrer Ansprache hatten zuvor Annegret Reinhart-Lehmann und Dr. Wilhelm Bender auf die Bedeutung der Zukunft der modernen Industrie für die Standortpolitik hingewiesen. Bereits für den 22. April ist die Fortsetzung des Themas in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Siemens AG zum Thema „Die Zukunft der Industrie in Metropolregionen“ angekündigt.

Die Wirtschaftsgespräche am Main sind eine Kooperation der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain, der Messe Frankfurt, des InterContinental Frankfurt und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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