Tag der Metropolregion 2019: „In Sachen Mobilität können wir nichts falsch machen – außer wir tun nichts“

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  • 09.04.2019

Strategieforum FrankfurtRheinMain gibt Einblicke, Frankfurter IHK-Präsident steht vor dem Abschied

FrankfurtRheinMain wächst, die Herausforderungen wachsen mit. Doch wie entwickelt man eine boomende „Zuzugsregion" am besten in die Zukunft? Wie steht es eigentlich um unsere Wettbewerbsfähigkeit? Und wie weit sind wir in der regionalen Zusammenarbeit? Immer im Frühjahr wird hier nachgemessen und hingeschaut. Denn dann trommelt die IHK Frankfurt rund 300 Akteure und Entscheider aus Wirtschaft und Politik zum „Tag der Metropolregion" zusammen – 2019 hatten sich die Veranstalter das Schwerpunktthema Mobilität ausgesucht. Seit dem letzten Jahr steht dabei auch das „Strategieforum FrankfurtRheinMain" im Fokus, das seine Arbeit inzwischen in vier Fachgruppen aufgenommen hat – als erster und einziger bundesländerübergreifender Zusammenschluss seiner Art. Und natürlich prägte auch eine besondere Personalie den Nachmittag.

„Noch nie haben so viele Menschen an die Zukunft unserer Metropolregion geglaubt und sich dafür eingesetzt", eröffnete der Frankfurter IHK-Präsident Prof. Dr. Mathias Müller die Veranstaltung und verband damit auch eine kleine persönliche Bilanz. Nach zwei möglichen Wahlperioden und insgesamt zehn Jahren an der Spitze der Wirtschaftskammer wird er das Staffelholz Anfang Mai in neue Hände übergeben und sich gleichzeitig auch vom Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden der Wirtschaftsinitiative verabschieden. Zusammenarbeit, Vertrauen und der Wille zum Umsetzungserfolg seien für eine wirtschaftsstarke Region wie FrankfurtRheinMain das Wichtigste. „Aber wir müssen die PS auch künftig auf die Straße bringen, insbesondere mit Blick auf unsere Innovationskraft", so Prof. Müller. Dazu hatte er vor zwei Jahren eine Idee ins Felde geführt, die sich nun mit Leben füllt: ein Strategieforum FrankfurtRheinMain, das Wirtschaft und Politik über die Grenzen der Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg hinweg zusammenbringt. Dabei versteht sich das Gremium, dem die Leitungsebene der vier Staatskanzleien, sechs kommunale Entscheider und fünf Wirtschaftskammerpräsidenten angehören, als „Think-Tank", führte Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei und Vorsitzender des Strategieforums, aus. In vier eingerichteten Fachgruppen geht es nun darum, Sachverhalte zu vertiefen und Vernetzung zu betreiben. Eine davon beschäftigt sich mit „Mobilität" – und setzte damit die Agenda für den Tag der Metropolregion 2019.

Vorfahrt für die Metropolregion

5,8 Millionen Menschen leben in FrankfurtRheinMain. 2,4 Millionen Beschäftigte gehen hier ihrer Arbeit nach – die Hälfte davon pendelt jeden Tag und bringt die Infrastruktur massiv unter Druck. Kein Zufall also, dass Verkehrs- und Logistikfragen überall unter den Nägeln brennen. In kurzen Sessions stellten zunächst die Leiter der drei anderen Fachgruppen ihre Arbeit vor. So kümmert sich Thomas Horn, Verbandsdirektor des Regionalverbands FrankfurtRheinMain, um Möglichkeiten der „Planungsbeschleunigung". „Wir haben bisher auf Kosten der vorhandenen Strukturen gelebt." Am Beispiel des ÖPNV führte er aus, was das im Klartext heißt: „Vor 25 Jahren hatten wir 535 Millionen Fahrgäste, heute sind es 770 Millionen, für 2030 ist 1 Milliarde prognostiziert." Derzeit kann es Jahrzehnte dauern, bis große Infrastrukturprojekte umgesetzt sind. Ein Unding. „In Sachen Mobilität können wir in der Region nichts falsch machen – außer wir tun nichts. Die Politik muss sagen: Die Metropolregion hat Vorfahrt."

Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, leitet kommissarisch die Fachgruppe „Gründerregion". Prof. Dr. Kristina Sinemus, seit Jahresbeginn Hessische Staatsministerin für Digitale Strategie und Entwicklung und langjähriges Beiratsmitglied der Wirtschaftsinitiative, verantwortet die Fachgruppe „Smart Region". Sie berichtete, dass sie ihr neu geschaffenes Ministerium derzeit im Stile eines Start-ups aufbaut und plädierte dafür, möglichst viele Digitalisierungsprojekte bundesländerübergreifend in der Region zu verproben.

Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises, hat in der Fachgruppe „Mobilität" den Hut auf. Er läutete eine Diskussionsrunde ein, die unterem noch den Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds Dr. André Kavai mit ins Thema holte. Alle heißen Eisen rund um Mobilität in FrankfurtRheinMain kamen auf den Tisch – von der autofreien Innenstadt bis zum kostenlosen ÖPNV, von der Wahlfreiheit bis zur Mobilitätsgarantie, vom S-Bahn-Ring um Frankfurt bis zu Seilbahnen und Flugtaxis.

Bevor Prof. Müller mit viel Applaus, Dank und Präsenten verabschiedet wurde, gab er den Gästen noch eine nachhaltige Idee mit auf den Weg: Ab 2020 will das Strategieforum jährlich einen „Preis der Metropolregion" ausloben, der Projekte mit besonderem Mehrwert für FrankfurtRheinMain auszeichnet.

Mehr unter:
www.frankfurt-main.ihk.de/standortpolitik/metropolregion/tdm 
www.strategieforum-frankfurtrheinmain.de

Fotos © Stefan Krutsch

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