#GAMEPLACES und Eintracht Frankfurt: „Die Zukunft des eSports liegt im Breitensport“

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  • 08.05.2019

Wirtschaftsinitiative unterstützt Games- und Videospielbranche in FrankfurtRheinMain

„eSport" ist der Sport der digitalen Generation: Innerhalb weniger Jahre hat sich die Disziplin professionalisiert und vom Nischen- zum Massenphänomen entwickelt. Heute erreicht sie nicht nur ein junges Millionenpublikum auf der ganzen Welt, sondern bewegt mit ihrer internationalen Profiszene Milliardenbeträge. Wie ist eSport eigentlich entstanden? Wie sieht der Markt aktuell aus? Und welche Ansätze verfolgen engagierte Akteure wie Eintracht Frankfurt? Die regionale Branchenplattform #GAMEPLACES und der Fußballbundesligist luden ins Eintracht-Leistungszentrum am Riederwald, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Wer sich mehr als informative Impulsvorträge erhofft hatte, wurde zudem nicht enttäuscht. Es gab „live" etwas zu gucken. Je zwei Spieler von Eintracht Frankfurt und Mainz 05 lieferten sich ein Demo-FIFA-Duell an der Konsole.

Ist das überhaupt Sport? Oder nur „Daddelei"? Eintracht-Vorstand Axel Hellmann begrüßte die Gäste mit einer klaren Aussage: „Alles, was mit so großer Trainingsenergie und Leidenschaft betrieben wird, verdient die Bezeichnung Sport." Anders als andere Bundesligavereine, die sich auch im eSport engagieren, setzt Eintracht Frankfurt dabei nicht auf die Verpflichtung von Profis. „Wir wollen den eSport von der Breite in die Spitze entwickeln. Ein besonderer Ansatz, der zur Eintracht-Identität passt. Hier sind wir die Ersten." Ziel sei es, junge Menschen aus der Region an den Club heranzuführen und zu fördern. Und auch einen gesellschaftlichen Beitrag sieht Hellmann. „In der Digitalisierung stecken so viele Chancen – für Frankfurt und die gesamte Rhein-Main-Region." Die Eintracht wolle sich aktiv daran beteiligen, dieses Potenzial zu entfalten. Dazu gehöre es auch, die Akzeptanz des eSports voranzutreiben. „Wir müssen die Digitalisierung gestalten und uns immer fragen: Sind wir voll dabei oder schauen wir nur zu?", ergänzte der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank. Die Kreativwirtschaft, zu der auch die Games-Branche zählt, sei ein wichtiger Zweig, um den sich die Wirtschaftsförderung Frankfurt seit über zehn Jahren intensiv kümmere.

Ein hochdynamischer Zukunftsmarkt

Der erste Experten-Input kam von Arne Peters. Der erfahrene Strategieberater für eSport & Games zeichnete zunächst die Entstehung der Disziplin nach. „eSport gibt es seit 18 bis 20 Jahren. Er hat seine Ursprünge in großen Hallen-Events, bei denen mehrere hundert Spieler zusammenkamen." Heute sind bei großen Turnieren 10.000 bis 15.000 Menschen in der Arena. Dazu kommen teilweise bis zu einer Million Online-Zuschauer. Der „Game-Changer" sei denn auch das Dazuholen der Online-Zuschauer gewesen. Technisch möglich machten das die zunehmend verbesserten Streaming-Möglichkeiten. Bis 2022 erwarten Studien rund 645 Millionen eSport-Interessierte weltweit – 80 Prozent davon Millenials. Die Umsätze sollen in den kommenden drei Jahren auf 1,8 Milliarden US-Dollar ansteigen. „eSport wächst. Und die Zukunft liegt hier im Breitensport", bestätigte der Experte den von Eintracht Frankfurt gewählten Ansatz. „Der lokale Fokus fördert die Verbindung zur Region", so Peters. Auch interessierten sich zunehmend Sponsoren außerhalb des IT- und Technologie-Umfelds dafür. Den Vorwurf, eSport sei kommerziell und wenig sozial, entkräftete Peters spielend. „eSport ist durch die Spielbegeisterung der Community entstanden und funktioniert nicht ohne sie. Das gemeinsame Erleben steht absolut im Vordergrund – digital wie im Real Life."

Was Eintracht Frankfurt ganz konkret tut und anbietet, berichtete Timm Jäger, Referent des Vorstands für strategische digitale Projekte. Im Mittelpunkt des eSport-Engagements, das der Club seit 2017 verstärkt betreibt, steht der Aufbau einer Breitensport-Abteilung. Sie soll die 53 Sportarten ergänzen, die im Verein bereits angeboten werden. Der Einstieg erfolgt mit den Spiele-Titeln FIFA und League of Legends. „Ego-Shooter werden wir aber definitiv nicht anbieten. Das ist nicht Eintracht Frankfurt", sagte Jäger. Unter fachlicher Anleitung ehrenamtlicher Trainer kann jeder mitmachen und sich verbessern. Neben spielspezifischen Inhalten stehen Kommunikations- und Taktikschulungen sowie – als Ausgleich zum eSport – auch Athletik-Einheiten auf dem Plan. Ende Mai soll das eSport-Leistungszentrum seinen Betrieb aufnehmen. Bereits 2018 hatte die Eintracht ausgewählte Spieler in der „Virtuellen Bundesliga" ins Rennen geschickt. Einer davon, Maik Kubitzki, wird Mitte Mai noch im „Grand Final" mitmischen – und zeigte auch den #GAMEPLACES-Gästen, was er in FIFA drauf hat. Gemeinsam mit einem weiteren Eintracht-Spieler und zwei Vertretern von Mainz 05 ging es anschließend an der Konsole richtig zur Sache. Die Frankfurter gewannen 2:1. Ein Omen für die kommende Bundesligabegegnung auf dem Rasen?

#GAMEPLACES ist eine Initiative der Wirtschaftsförderung Frankfurt in Kooperation mit gamearea-HESSEN, unterstützt vom Hessischen Wirtschaftsministerium. Als Plattform für die Games- und Videospielbranche in FrankfurtRheinMain bietet sie seit 2006 unterschiedliche Dialogformate und thematisiert aktuelle Trends, Meinungen und Entwicklungen. Die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain war Netzwerkpartner der aktuellen Veranstaltung und bot ihren Mitgliedern die Möglichkeit, Einblicke in das spannende Zukunftsthema eSports zu gewinnen.

Mehr unter:
www.gameplaces.de

 

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