Wissensatlas 2018: FrankfurtRheinMain hat die Zukunft im Kopf

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  • 23.01.2018

Neu aufgelegte Publikation zeichnet Kontur der Wissensregion

Wissen schafft Zukunft – davon sind die Macher der Initiative Wissensregion (WiR) überzeugt. Seit zehn Jahren engagieren sie sich dafür, FrankfurtRheinMain als Wissensstandort voranzubringen und ein koordiniertes Handeln in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu fördern. Ein wichtiger Denkanstoß für Entscheider ist dabei der „Wissensatlas". Ergänzend zur Benchmark-Studie „Wissensbilanz", die alle elf deutschen Metropolregionen vergleicht, hält er die Lupe dezidiert auf FrankfurtRheinMain. 47 Indikatoren in fünf Kategorien vermessen die Wissenslandschaft in ihrer Länge, Breite und Tiefe. Gemeinsam stellten die drei zentralen WiR-Projektpartner – der Regionalverband FrankfurtRheinMain, die IHK Frankfurt und die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain – jetzt die neu aufgelegte Publikation vor. Im Mittelpunkt: 13 Highlights und die Erkenntnis, dass es für eine starke Wirtschafts- und Wissensregion gilt, weiter Gas zu geben. „Wir hoffen, viele Politiker werden den Wissensatlas 2018 in die Hand nehmen."

Was macht die Wissensregion FrankfurtRheinMain aus? Woran muss nachhaltig weitergearbeitet werden? Bei der Beantwortung dieser Fragen hilft der Blick in die 100-seitige Wissensatlas-Broschüre , die nun nach 2012 zum zweiten Mal erschienen ist und eine Fülle von aufbereiteten Daten und kompakten Informationen zum Nachschlagen enthält. Heruntergebrochen auf die Ebene der sieben kreisfreien Städte und 18 Landkreise der Region finden sich Grafiken, Auswertungen und Übersichten zu Indikatoren aus fünf Themenbereichen: Leben und Arbeiten, Lehre und Bildung, Vernetzung, Innovationskraft sowie Wirtschaftskraft.

Hohes Wachstum, nachlassende Dynamik

„Wissen wird zum zentralen Standortfaktor. Nur Metropolregionen, die international, innovativ sowie wirtschafts- und forschungsstark aufgestellt sind, können sich in einer globalisierten und digitalisierten Welt behaupten. Für FrankfurtRheinMain zeigt sich ein gemischtes Bild", so der Direktor des Regionalverbandes, Ludger Stüve, bei der Präsentation der Publikation. Beispiel Bruttoinlandsprodukt: Hier sei seit 2012 ein Anstieg um 15,6 Prozent zu verzeichnen. „Wir sind weiterhin auf Wachstumskurs und rangieren deutschlandweit auf Platz zwei hinter München. Doch die Dynamik hat nachgelassen und der Abstand zu den anderen Regionen wird kleiner." In Sachen Internationalität mache jedoch keine andere Region FrankfurtRheinMain etwas vor. 15,3 Prozent aller Bewohner und 14,1 Prozent der Studierenden kämen aus dem Ausland. Wichtig sei es daher, eine aktive Willkommenskultur zu leben, die internationalen Fachkräften das Ankommen und Hierbleiben erleichtere. Dazu gehöre auch eine höhere Schlagkraft bei der Schaffung von Wohnraum – ein Dauerbrenner für die Politik der Region.

Stichwort Fachkräftemangel

„Aus Sicht der Wirtschaft ist und bleibt der Mensch der wichtigste Wissensträger – auch im digitalen Zeitalter", machte Prof. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt, deutlich. Bildung sei daher ein zentrales Thema für FrankfurtRheinMain. Unter den Ergebnissen des Wissensatlas stellte er daher besonders den Anstieg der Schulabgänger mit Abitur heraus – acht Prozent mehr als noch bei der letzten Erhebung vor sechs Jahren. „Während sich immer mehr Menschen für den akademischen Weg entscheiden, wird der Fachkräftemangel in erster Linie bei Beschäftigten mit Berufsausbildung spürbar." Der IHK-Fachkräftemonitor zeige nämlich zudem, dass im abgelaufenen Jahr bereits 42.000 Stellen für beruflich Qualifizierte offengeblieben seien – dagegen nur 14.000 für Akademiker. Ein Trend der sich laut IHK-Prognosen bis 2030 noch weiter verstärken dürfte. Dem entgegenwirken soll unter anderem das Modell des dualen Studiums. Hier lässt der Wissensatlas 2018 erkennen, dass die unternommenen Anstrengungen von Unternehmen und Hochschulen bereits Früchte getragen haben. Heute gibt es 107 duale Studiengänge in FrankfurtRheinMain – eine Verdopplung seit 2012. Eine Kennzahl mit Luft nach oben machte Prof. Müller dagegen im Bereich der unternehmerischen Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) aus. 5,5 Milliarden Euro seien es in Summe, zwar sechs Prozent mehr als beim letzten Wissensatlas, doch kein allzu deutlicher Aufwärtstrend. „Hier brauchen wir Bewegung der Politik bei den steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten."

Gute Ausgangsposition

Prof. Dr. Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsinitiative, bestärkte die Akteure in FrankfurtRheinMain, die Vernetzung innerhalb der Region weiter voranzutreiben und junge Unternehmen zu fördern. Dass sich in der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft schon eine Menge getan habe, zeige der Wissensatlas – und das nicht nur im Bereich der von Hochschulen eingeworbenen Drittmittel. Gerade auch die zahlreich entstandenen Cluster- und Netzwerkinitiativen – 64 an der Zahl – seien ein wichtiger Beleg für eine funktionierende Kräftebündelung. „Echte Alleinstellung hat hier das ‚Houses of...'-Konzept, das inzwischen in vielen anderen Regionen Nachahmer findet." Heute gebe es insgesamt fünf Kompetenzzentren, die zumal den breiten Branchenmix repräsentierten – ein Garant der Wirtschaftsstärke der Region. „Und auch im Bereich des Start-up-Ökosystems, bislang kein Markenzeichen unserer Region, tut sich viel Zukunftsweisendes." So seien inzwischen rund 50 Gründerzentren und Coworking-Spaces in FrankfurtRheinMain entstanden. Das Fazit von Prof. Bender für die Partner der Wissensregion: „Der Wissensatlas zeigt es schwarz auf weiß: Wir sind eine starke Wirtschafts- und Wissensregion mit einer sehr guten Ausgangsposition. FrankfurtRheinMain hat die Zukunft im Kopf. Aber: Wir dürfen uns nicht ausruhen."

Zehn Jahre „WiR" für FrankfurtRheinMain

Mit der Unterzeichnung der „Wissenserklärung" haben sich 2008 rund 370 führende Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zur Wissensregion FrankfurtRheinMain bekannt. Seither ist das Netzwerk stetig gewachsen. Bis heute sind über 1.000 Experten aus Ministerien, Hochschulen, Forschungsinstituten, Unternehmen, Kammern, Verbänden und Organisationen eingebunden. Zu den Hauptaufgaben der Initiative Wissensregion gehört die kontinuierliche Standortbestimmung und das Sammeln von Benchmark-Daten, ebenso die kommunikative Profilschärfung der Wissensregion FrankfurtRheinMain und die Benennung klarer Handlungsimpulse für Entscheider.

Den vollständigen Wissensatlas 2018 können Sie hier downloaden: http://www.wissensportal-frankfurtrheinmain.de/Wissensatlas.

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