Tag der Metropolregion 2018: „Die Region ist die Stadt der Zukunft“

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  • 17.05.2018

Neues Strategieforum FrankfurtRheinMain soll die länderübergreifende Zusammenarbeit verbessern

Die rund 300 Teilnehmer, die zum „Tag der Metropolregion 2018" in die Räumlichkeiten der IHK Frankfurt gekommen waren, wollten es genau wissen: Was hat sich in der Zusammenarbeit in FrankfurtRheinMain getan? Und wie steht es um das „Strategieforum", das 2017 an gleicher Stelle eingefordert wurde? Rede und Antwort standen wichtige Vertreter der Wirtschaftskammern und der Landes- und Kommunalpolitik aus Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz. Ergänzt wurden sie dabei von Akteuren des Start-up-Ökosystems FrankfurtRheinMain, die aktuelle Projekte und Initiativen vorstellten. Denn: Die Region hat jetzt die Gründer im Blick. Und die Gründer haben endlich die Region entdeckt!

„Wir wollen heute den Faden weiterweben, den wir im vergangenen Jahr hier aufgenommen haben", eröffnete Prof. Dr. Mathias Müller, der Präsident der IHK Frankfurt und Stellvertretende Vorsitzende der Wirtschaftsinitiative, die Veranstaltung. Gemeinsam mit dem Chef der Hessischen Staatskanzlei Axel Wintermeyer berichtete er vom Startschuss des länderübergreifenden Strategieforums FrankfurtRheinMain, das sich Anfang 2018 tatsächlich zusammenfand und künftig zweimal jährlich tagen will. Zielsetzung des Gremiums, das selbst keine Entscheidungen trifft, sei es, neue Denkanstöße zu liefern, Handeln zu induzieren und bestehende Aktivitäten zu vernetzen – dazu zählen unter anderem auch das Strategieprojekt „FRM 2030" und die Kammerinitiative „PERFORM". Trotz des anhaltenden Booms könne sich die Region nicht zurücklehnen, sondern müsse sich wetterfest für die Zukunft machen. Und das gelinge nur gemeinschaftlich und über die politische Farbenlehre hinweg, betonte Prof. Müller. „Die Region ist die Stadt der Zukunft."

Große Linien

Die Mitglieder des hochrangig und bewusst schlank besetzten Strategieforums stammen sogar aus vier Bundesländern. Neben Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz ist nämlich auch Baden-Württemberg mit an Bord. Inhaltlich stehen die großen Linien auf der Agenda, die es gemeinschaftlich zu besprechen gilt – unter anderem Mobilität, Digitalisierung, Wohnen und Flächennutzung. Die 16 Vertreter aus Landesregierungen, Landkreisen, Kommunen, Regionalverbänden und Wirtschaftskammern erhoffen sich so mehr Gewicht auch auf Bundesebene. Angestoßen wurde kürzlich ein Prüfantrag zur Planungsbeschleunigung. „15 Jahre Planung für eine S-Bahn-Strecke – das ist indiskutabel und in unserer schnelldrehenden Welt nicht mehr tragbar", so Wintermeyer, der dem Strategieforum vorsitzt. Diesen Aspekt griff in der anschließenden Diskussionsrunde auch Landrat Prof. Dr. Ulrich Reuter auf. In seinem Landkreis Aschaffenburg drückt der Schuh mit Blick auf die Verkehrsinfrastruktur, etwa den Bau der Nordmainischen S-Bahn. „Das Strategieforum hätten wir bereits vor zwei Jahren bei der Bewertung des neuen Bundesverkehrswegeplans sehr gut gebrauchen können", warf er ein.

Prof. Dr. Kristina Sinemus, Präsidentin der IHK Darmstadt, Mitglied des Wirtschaftsinitiative-Beirats und ebenfalls im Strategieforum aktiv, machte den Transparenzanspruch des neuen Gremiums deutlich, der sich etwa durch das Veröffentlichen von Sitzungsprotokollen ausdrücken soll. Zudem schlug sie den Bogen zum zweiten Teil der Veranstaltung. FrankfurtRheinMain mache sich auf den Weg, zu einer führenden Gründerregion zu werden. Und das Strategieforum wolle hier beweisen, dass es seiner koordinierenden Funktion länderübergreifend gerecht werden könne.

Kein X für ein U

Was braucht die Gründer- und Start-up-Region FrankfurtRheinMain? Welche aktuellen Initiativen und Projekte zahlen auf eine positive gesamthafte Entwicklung ein? Organisatorisch angedockt an die IHK Darmstadt ist jüngst eine Plattform online gegangen, die hilfreiche Informationen, News und Eventtermine für Existenzgründer sammelt. Geplant ist auch eine Marketingkampagne, die plakativ mit dem Buchstaben „X" spielt und in der gesamten Metropolregion auf das Gründerthema aufmerksam macht. Zudem treffen sich die 32 Gründerzentren der Region ab sofort zum intensiven Austausch. Im nachfolgenden Vortrag rückte das TechQuartier in den Mittelpunkt, das sich in nur zwei Jahren zu einem der wichtigsten Player im Start-up-Ökosystem FrankfurtRheinMain gemausert hat. In einem „Masterplan Startup FRM" hat das Innovationszentrum die Stärken und Schwächen der Region mit Blick auf Start-ups analysiert und eine ambitionierte Vision formuliert. Bis 2022 soll FrankfurtRheinMain sich als Tech-Region und digitaler Vorreiter Kontinentaleuropas etabliert haben – und Heimat für rund 1.000 Start-ups sein. 20 erarbeitete Kernmaßnahmen drehen sich um die Aktivierung von Talenten und Kooperationen, den Zugang zu Finanzkapital und ebenso um die Vermarktung des Standortes. Spannende Einblicke gab es auch aus dem Goethe-Unibator, dem hochschuleigenen Inkubator der Goethe-Universität. Statt über sie wurde am Ende auch noch mit ihnen gesprochen: Zwei Start-up-Gründer berichteten aus dem Fundus ihrer persönlichen Erfahrungen.

Klar wurde durch die Veranstaltung einmal mehr: FrankfurtRheinMain ist eine Macher-Region. Die Herausforderung bleibt, alle wichtigen und richtigen Aktivitäten zu bündeln.

Mehr unter:
www.xistenzgruendung-rhein-main.de
www.techobserver.org
www.startupregionfrankfurt.de

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