Stadtpolitisches Symposium: Wie fördern wir „Innovation Ecosystems“ in FrankfurtRheinMain?

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  • 28.06.2018

Stiftung urban future forum diskutiert Zukunftsfähigkeit der Metropolregion

Was innovative Geschäftsmodelle brauchen, um durchstarten zu können, liegt auf der Hand. Eine belastbare Infrastruktur und gut ausgebildetes Personal gehören dazu, der Zugriff auf Netzwerke, Kunden und Kapital umso mehr. Kurz: ein funktionierendes Ökosystem. Wie es um die „Innovation Ecosystems" in FrankfurtRheinMain bestellt ist, das erörterte das urban future forum gemeinsam mit der Global Shapers Frankfurt Community, zahlreichen Experten und rund 80 Gästen auf einem stadtpolitischen Symposium im Stadtplanungsamt Frankfurt. Die Wirtschaftsinitiative unterstützte die Veranstaltung als Netzwerkpartner. Die zugespitzte Frage des Abends: Was müssen wir gemeinsam anpacken und wann wird das erste „Unicorn"– ein Start-up mit einem Wert jenseits von einer Milliarde Dollar – aus FrankfurtRheinMain stammen?

Cheryl Martin, Head of Global Centre for Innovation and Entrepreneurship am World Economic Forum in Genf, stellte gleich zu Beginn einige knackige Erfolgsfaktoren für gesunde Ökosysteme in den Raum. Ihr erster Punkt: Innovation wirklich systemisch angehen und alle relevanten Stakeholder aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aktivieren. Der zweite: Probleme erkennen und benennen, Ziele definieren, lösungsorientiert vorgehen. Nummer drei: Maßnahmen priorisieren und den richtigen Mix finden. Und last but not least: über den lokalen und kommunalen Tellerrand schauen. Eine gute Nachricht für alle, die den Standort FrankfurtRheinMain ohnehin konsequent regional und vernetzt denken!

Was ist neu an Innovation?

Die zweite Keynote steuerte Dr. Thomas Funke bei. Bevor der Co-Founder und Co-Director des erfolgreichen Frankfurter TechQuartiers über den kürzlich erarbeiteten „Start-up-Masterplan FrankfurtRheinMain" sprach, machte er zunächst einmal deutlich: Innovation ist nicht gleich Innovation. Gibt es ein neues Problem, sind neue Lösungen und radikale Innovationen gefragt. Stichwort Internet. Bei alten Problemen lässt sich zwischen inkrementellen Innovationen – das sind schrittweise Optimierungen am bestehenden Produkt – und marktgetriebenen Innovationen unterscheiden. Hier nannte er etwa die Entwicklung der Geschirrspülmaschine als Beispiel.

In der anschließenden Panel-Diskussion gesellten sich der „Reformdezernent" der Stadt Frankfurt Jan Schneider, Benjamin Michel, Co-Founder des Frankfurter FinTech-Start-ups Dwins, und Deutsche Bank-Vertreter Thomas Borsch, Head of Innovation & Digital Roadmap PCB, dazu. Jan Schneider schilderte am Beispiel des neu eingeführten, elektronisch abruf- und ausdruckbaren Bewohnerparkausweises sehr eindrücklich, welche Schwierigkeiten Kommunen nach wie vor haben, Bürgern und Unternehmen moderne digitale Prozesse zur Verfügung zu stellen. Von der Gesetzgeberseite müssten hier noch immer viele Hemmnisse abgebaut werden.

Wo steht FrankfurtRheinMain denn nun genau?

Benjamin Michel bemängelte den nach wie vor schwierigen Zugang zu Wagniskapital. Thomas Borsch machte bei den etablierten Unternehmen, den sogenannten Corporates, dagegen ein Umdenken und eine klare Öffnung in Richtung Start-ups aus. Mit Blick auf die „Einhörner" sei jedoch noch eine Wegstrecke zu gehen, zumal den meisten deutschen Start-ups zunächst die globale Marktperspektive fehle. Bislang haben es nur wenige auf die Liste der Eine-Milliarde-Dollar-Unternehmen geschafft – das letzte kam kürzlich aus München. Dass FrankfurtRheinMain sich hier dennoch auf einem sehr positiven Entwicklungspfad befindet und erstmalig auf der Landkarte der „Innovation Ecosystems" auftaucht, bestätigte Dr. Thomas Funke. „Die Region hat ein hohes Potenzial."

Mehr unter:
www.urbanfutureforum.org
www.globalshapersfrankfurt.de

Fotos © urban future forum, Global Shapers Community Frankfurt

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