RHEIN MAIN – Die Region leben: Ausstellung eröffnet im DAM

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  • 14.06.2018

Architekturmuseum zeigt Zukunftsperspektiven für Wohnen und Mobilität

FrankfurtRheinMain boomt, doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Mieten und Bodenpreise steigen, Wohnraum und Bauland fehlen, die Verkehrsinfrastruktur stößt zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Was die Region hier tun kann, um ihre Zukunft aktiv zu gestalten, greift die frisch eröffnete Ausstellung „RHEIN MAIN – Die Region leben" auf. Kuratiert durch das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt und unterstützt durch die Wirtschaftsinitiative und weitere Partner, setzt sie Wohnen und Mobilität in Bezug zueinander und entwirft Bilder einer Region, die ihre Herausforderungen gemeinschaftlich annimmt. Die Schau läuft noch bis zum 14. Oktober 2018. Genug Zeit für alle Mitglieder und interessierten FrankfurtRheinMainer, dem Museumsufer einen Besuch abzustatten!

„Wir können sofort damit beginnen, diese Region zu gestalten", rief Christian Holl dem Vernissagepublikum zu. Gemeinsam mit den Kuratorenkollegen Felix Nowak und Kai Vöckler hat er die Ausstellung für das DAM konzipiert. Dabei haben die drei Stadtplanungsexperten besonderen Wert darauf gelegt, den Blick nicht auf den Idylle-Begriff einzuengen, sondern FrankfurtRheinMain als eine „gestaltbare Gebrauchsregion" zu sehen, die zusammengedacht werden muss. Rund 5,7 Millionen Menschen leben hier, 350.000 pendeln allein täglich nach Frankfurt, rund 80.000 fahren hinaus. Bahntrassen, Autobahnbrücken und Industrieflächen prägen die Landschaft. Auch solche Räume könnten so verändert werden, dass Menschen sich gerne dort aufhielten, so die Kuratoren. Besonders ausdrucksstark hat diese „Gebrauchsorte" der Künstler Malte Sänger in großformatigen Fotografien festgehalten, die Teil der Ausstellung sind.

Es lebe die Region!

Neben Helmut Müller, dem Geschäftsführer des Kulturfonds FrankfurtRheinMain, überbrachten auch Sabine Groth für die Hessische Landesregierung und Dr. Marcus Gwechenberger für die Stadt Frankfurt Grußworte ihrer Häuser. Groth, die Staatskanzlei-Chef Axel Wintermeyer vertrat, mahnte bei der Ausstellungseröffnung visionäres Denken an und warb für das neu eingerichtete bundesländerübergreifende „Strategieforum FrankfurtRheinMain" als richtigen Ort dafür. Dr. Gwechenberger, der kurzfristig für Planungsdezernent Mike Josef eingesprungen war, plädierte dafür, das vorherrschende Kirchturmdenken endlich zu überwinden: „Wir erhoffen uns von der Ausstellung ganz konkrete Ideen und Handlungsimpulse. Es lebe die Region!"

Nachdem Museumsdirektor Peter Cachola Schmal den offiziellen Startschuss gegeben hatte, konnten die zahlreich erschienenen Gäste selbst in die Ausstellung eintauchen. Herzstück und auffälligstes Exponat ist eine große topografische Karte, die durch Erhebungen und Vertiefungen ein zunächst unzusammenhängend wirkendes Labyrinth zeigt. Erst durch den Einsatz verschiedener „Schablonen" werden – vor die Augen gehalten – Flüsse und Berge, Straßen und Bahnlinien erkennbar, wird deutlich, wie dicht die Menschen beieinander wohnen, wie Landschaft und Infrastruktur eine hochdynamische Metropolregion formen.

Visionen für FrankfurtRheinMain

Die drei Kuratoren fordern, den ländlichen Raum in der Region mit neuen Wohnmodellen einzubeziehen, etwa durch genossenschaftliche Projekte. Bei der Mobilität setzt die Schau auf kurze Wege – ohnehin eine Stärke der Region – sowie die Begrenzung des Autoverkehrs und die verstärkte Nutzung von ÖPNV und Fahrrad. Zahlreiche Entwürfe schlagen den Bogen von der Vergangenheit zur Zukunft und zeigen gelungene Beispiele dafür, wie sich die Lebensqualität im Ballungsraum steigern lässt. So wird etwa die Unterführung der A661, ein Rad- und Fußweg am Main zwischen Frankfurt und Offenbach, inzwischen für Musikfestivals und Tanzveranstaltungen genutzt. Vorgestellt werden auch vorbildhafte Projekte aus den Niederlanden und Dänemark.

Zudem hat das DAM fünf international renommierte Architektur- und Stadtplanungsbüros gebeten, Ideen für eine gesamthafte Entwicklung der Metropolregion zu erarbeiten – mit dem Flughafen als Fixpunkt in der Mitte. „feld72" aus Wien schlägt zum Beispiel vor, die fünf großen Städte der Region mit einer Ringbahn zu verknüpfen, um die Arbeitsplätze besser anzubinden. „Urbed" aus Manchester will Autos an der Stadtgrenze stehen lassen und die Weiterfahrt per Bahn, fahrerlosem Bus und Rad ermöglichen. „KCAP" aus Rotterdam macht aus dem Flughafen eine eigene Stadt – mit Kultur, Shopping und dem Umzug der Messe dorthin. Die Entwürfe zeigen: Die Zukunft der Metropolregion beginnt jetzt!

Mehr unter:
www.dam-online.de

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