Angemerkt von Prof. Dr. Wilhelm Bender

Meinung

  • 11.07.2018

Die Region leben heißt FrankfurtRheinMain gestalten

Frankfurt hat ihm viel zu verdanken. FrankfurtRheinMain kann umso mehr von ihm lernen. Die Rede ist natürlich von Hilmar Hoffmann, verdienter ehemaliger Frankfurter Kulturdezernent, „Vater des Museumsufers", bundesweit geschätzt und am 1. Juni im Alter von 92 Jahren verstorben. Ich habe meinen guten Freund oft besucht, mit ihm über die Entwicklung in FrankfurtRheinMain diskutiert und persönlich viele Anregungen mitgenommen. So unsterblich ihn sein Credo „Kultur für alle" macht: Sein wichtigstes Erbe für unsere Region ist die Art und Weise, wie er etwas bewegte und nachhaltig veränderte. Offen und dabei hartnäckig, pragmatisch und visionär zugleich. Genau das muss uns Leitlinie sein, wenn es darum geht, die Metropolregion FrankfurtRheinMain gesamthaft nach vorne zu denken und in die Zukunft zu entwickeln. Ein gutes Omen, dass das von Hilmar Hoffmann ins Leben gerufene Deutsche Architekturmuseum (DAM) just Anfang Juni eine richtungsweisende Ausstellung startete. Der Titel der Schau, von der Wirtschaftsinitiative als Partner unterstützt: „RHEIN MAIN – Die Region leben".

Die Region leben heißt FrankfurtRheinMain gestalten. So wollen es die Ausstellungmacher im DAM verstanden wissen. Wohnen und Mobilität sind hier die natürlichen Schwerpunkte, werfen sie doch die drängendsten Fragen auf und bieten das größte Spielfeld – da, wo fast sechs Millionen Menschen arbeiten, pendeln und ihre Freizeit verbringen und über 420.000 Unternehmen produzieren, transportieren und verkaufen. Ihr interessanter Ansatz: Lasst uns FrankfurtRheinMain als „gestaltbare Gebrauchsregion" begreifen. Ihre simple und doch eindrückliche Botschaft: Nichts ist in Stein gemeißelt, alles lässt sich lebenswert gestalten – und sei es die unwirtlichste Autobahnunterführung. Man muss es nur wollen und schließlich machen. Doch dafür braucht es kraftvolle Visionen für die gesamte Metropolregion, nicht zu verwechseln mit unrealistischen Idylle-Vorstellungen. Dieses planerische Zukunftsbild liefert die Ausstellung auch gleich mit. Für mich besonders spannend, auf welche kreativen Ideen die fünf beauftragten internationalen Architekturbüros rund um den Flughafen als Fixpunkt gekommen sind. Bleibt zu hoffen, dass der visionäre Geist von Hilmar Hoffmann, der hier weht, Wirkung entfalten und Widerhall in der Region finden wird. Ich kann es nur empfehlen: unbedingt hingehen und anschauen – bis Mitte Oktober ist noch Zeit dazu. Oder eine der Veranstaltungen besuchen, die die Wirtschaftsinitiative für ihre Mitglieder im Laufe des Sommers mit weiteren Partnern vor Ort im DAM anbietet. Weitsichtige Perspektiven sind garantiert!