Mitgliederversammlung: „Es ging ein positiver Ruck durch die Region“

Wirtschaftsinitiative aktuell

  • 20.04.2017

Wirtschaftsinitiative zieht Bilanz und diskutiert mit Airbus Group-CEO Dr. Thomas Enders

„2016 war ein bewegtes Jahr für FrankfurtRheinMain. Die Region hat gezeigt, dass sie in der Lage ist, die PS gemeinsam auf die Straße zu bringen – wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen sind“, so das Fazit von Prof. Dr. Wilhelm Bender auf der Mitgliederversammlung der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmernetzwerks nutzte die Zusammenkunft, um den Teilnehmern eine kurze Rückschau auf das „Jahr des Brexit“, den laufenden Regionalprozess und die Aktivitäten der Wirtschaftsinitiative zu bieten. Mit der einstimmigen Wiederwahl zweier Vorstände legten die Mitglieder zudem einen klaren Fokus auf Kontinuität. Und: Dr. Thomas Enders, Chef der Airbus Group, gewährte Einblicke in einen der wirtschaftlich und politisch spannendsten Konzerne Europas. Lärmreduzierung, alternative Antriebe und die Zukunft des Fliegens: gerade für den Luftfahrtstandort FrankfurtRheinMain besonders interessant.

„Wir haben den Brexit nicht gewollt. Doch dieses Negativ-Ereignis hat uns zusammengeschweißt. Es ging ein positiver Ruck durch die Region“, betonte Prof. Bender und lobte dabei insbesondere die Arbeit der FrankfurtRheinMain GmbH. Die internationale Marketinggesellschaft habe für einen gemeinsamen Auftritt der Region gesorgt und alle Bemühungen rund um die Positionierung des Standortes als Alternative zu London hervorragend koordiniert. Dieses Beispiel an Schlagkraft könne auch Schule für andere Bereiche machen. Welche – daran arbeitet derzeit das Strategieprojekt „FrankfurtRheinMain 2030“. Prof. Bender: „Die Ergebnisse werden im Mai präsentiert und dürften einen weiteren Schub für den Regionalprozess bedeuten.“ 

Evaluierung des Metropolgesetzes für Veränderungen nutzen

Ziel der Wirtschaftsinitiative und ihrer Partner ist eine engere Zusammenarbeit in den zentralen Entwicklungsthemen der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Hierfür setzt sich die Netzwerkorganisation in den verschiedensten Zusammenhängen als Fürsprecher, Impulsgeber und Stimme der Wirtschaft ein – seit ihrer Gründung vor über 20 Jahren und insbesondere auch in Person von Prof. Bender. „Sicher: Für die Wirtschaft könnte es immer noch schneller und strukturierter gehen. Aber gerade der Blick zurück zeigt: Wir sind bereits erstaunlich vorangekommen und können optimistisch nach vorne blicken.“ Das 2019 auslaufende Metropolgesetz, das derzeit zur Evaluierung ansteht, biete zudem neue Chancen. „Wir haben einige Ideen zur Veränderung und Verbesserung, die wir konsequent einbringen werden“, schloss Prof. Bender seinen Vorstandsbericht.

Kontinuität im Vorstandsteam

Auch 2017 standen Vorstandswahlen auf der Agenda der Mitgliederversammlung. Sowohl der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Wilhelm Bender als auch Schatzmeister Dr. Norbert Schraad signalisierten: „Wir wollen weitermachen und die gute Zusammenarbeit im Vorstandsteam fortführen.“ Beide wurden einstimmig wiedergewählt. Neben den alten und neuen Vorstandsmitgliedern gehören weiterhin auch Tilman Wittershagen, Sprecher der Geschäftsleitung der Deutschen Bank AG Region Mitte, sowie Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt, dem ehrenamtlichen Leitungsgremium der Wirtschaftsinitiative an. Prof. Müller fungiert hierbei als stellvertretender Vorsitzender. Dr. Schraad, im Hauptamt Mitglied des Vorstandes der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, konnte die versammelten Wirtschaftsvertreter zudem als Gastgeber im MAIN TOWER, Sitz der Helaba, begrüßen.

Viele Fragen an Tom Enders

Im zweiten Teil der Mitgliederversammlung stieß Dr. Thomas Enders, CEO der Airbus Group, dazu und stellte sich einer moderierten Diskussionsrunde. Dem Chef von Europas größtem Luft- und Raumfahrt- sowie zweitgrößtem Rüstungskonzern begegneten dabei nicht zuletzt zahlreiche Fragen zum Flughafenstandort FrankfurtRheinMain. Wie werden wir 2030 fliegen und reisen? Wie lassen sich noch lärmärmere Flugzeuge bauen? Welche Rolle spielen alternative Antriebe? Mit Blick auf die Lärmthematik machte Dr. Enders durchaus Hoffnung: „Wir haben den Lärm von Flugzeugen in den vergangenen 50 Jahren um 80 Prozent reduziert. Die Luftfahrtbranche hat sich zudem darauf committet, den Lärm ausgehend vom Jahr 2000 um weitere 65 Prozent zu reduzieren.“ Auch die Nutzung eines Elektro-Antriebs etwa bei Starts und Landungen könne künftig hierzu beitragen. Airbus forscht derzeit intensiv an einem Hybrid-Antrieb. „Absehbar wird dieser aber nur für kleinere Flugzeuge bis 100 Plätze im Bereich des technisch Möglichen liegen.“ Die politische Dimension seiner Tätigkeit kommentierte Dr. Enders, indem er seinen Vorgänger an der Konzernspitze zitierte: „We are the part of Europe that works.“ Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführerin Annegret Reinhardt-Lehmann dankte dem Ehrengast herzlich für seine Offenheit und bekannte freimütig: „Ich bin als Passagier ein großer Fan des A380.“

 Fotos: Kirsten Bucher