Metropol 2030: FrankfurtRheinMain macht sich fit für die Zukunft

Veranstaltungen

  • 08.03.2017

Neues Veranstaltungsformat bringt Bewegung in den Zukunftsdialog der Region

Digitalisierung, EU-Krise, Protektionismus, niedrige Zinsen: Was bedeuten diese globalen Trends und gesellschaftlichen Entwicklungen für die Zukunft unserer Metropolregion? Woher wird der Wohlstand kommen? Oder anders gefragt: Wie wird, kann, soll und muss FrankfurtRheinMain 2030 aussehen? Einfache Antworten sind nicht in Sicht. Aber viele kluge Ideen und Gedanken. Einige davon diskutierten die Teilnehmer der Veranstaltung „Metropol 2030“. Der F.A.Z.-Verlag und die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain hatten zum Zukunftsdialog mit hochkarätiger Besetzung eingeladen und machten vor allem Mut: die Region von morgen aktiv mitzugestalten.

Im 50. Stock des PwC-Towers fiel es den 150 Gästen – trotz des anhaltenden Regens – nicht schwer, den Blick schweifen zu lassen. Gastgeber Dr. Ulrich Störk, der den Frankfurter Standort der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft leitet, rüttelte direkt zu Beginn mit einer alarmierenden Zahl auf. Eine PwC-eigene Studie prognostiziert, dass Deutschland bis 2050 von zahlreichen Emerging Markets wie Indien, Indonesien, Brasilien oder Russland in der Wirtschaftskraft überholt werden und auf Platz 9 landen wird. Staunen! Und schon war der Meinungsmarktplatz zur Zukunft der Metropolregion eröffnet.

Digitale Disruptoren auf dem Vormarsch

Einen Impuls aus berufenem Munde steuerte Karl-Heinz Streibich, CEO der Darmstädter Software AG und engagierter Verfechter der Metropolregion, bei. Sein Thema: die Digitalisierung und die zentrale Rolle der Software als wichtigste Quelle der Innovation. Seine These, was Metropolregionen in Zeiten disruptiver wirtschaftlicher Entwicklungen erfolgreich macht: Technologie in den Mittelpunkt stellen, (IT-)Talente anziehen und entwickeln, Toleranz leben. „FrankfurtRheinMain sehe ich in allen drei Punkten gut aufgestellt“, sagte er.

Diskussion im Goldfischglas

Im Anschluss begaben sich beide Redner in die sogenannte „Fishbowl“, Bezeichnung für ein innovatives dialogisches Diskussionsformat, das auch Personen aus dem Publikum stärker einbezieht. Daneben nahmen noch Prof. Dr. Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung bei Sanofi-Aventis Deutschland, und Dr. Alexis von Hoensbroech, Produkt- und Vertriebsvorstand bei Lufthansa Cargo, in einem Kreis inmitten des Publikums Platz. Die These des Software AG-Vorstandsvorsitzenden sollte hier einen starken Widerhall finden. Alle Beteiligten waren sich aus ihrer jeweiligen Branchenperspektive einig, dass der „War for Talents“ für FrankfurtRheinMain essentiell ist und sein wird. Positiv werteten die Diskutanten die Rolle der „Houses of FrankfurtRheinMain“. Die Kompetenzzentren, etwa das „House of IT“ oder das „House of Pharma & Healthcare“, organisieren auf Branchenebene einen engen Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und setzen sich dabei auch für die Einrichtung neuer, zukunftsweisender Studiengänge ein.

Berlin vs. FrankfurtRheinMain

Warum FrankfurtRheinMain nicht so anziehend auf junge Talente wirkt wie Berlin, erklärte Paul Martin, Geschäftsführer von vertical, der neben zwei weiteren Start-up-Gründern zum kurzen „Elevator-Pitch“ gebeten wurde. „In den in FrankfurtRheinMain vorherrschenden großen und traditionellen Unternehmen herrscht eine Kultur, die mehr auf Beharren setzt. Junge Menschen haben hier nicht so sehr das Gefühl, etwas bewegen und verändern zu können“, so Martin. Mehr agile Start-up-Kultur und lebendige digitale Ökosysteme wünschen sich denn auch alle Diskutanten. Streibich sieht in Berlin vor allem die „Hauptstadt der Toleranz und kulturellen Offenheit“ und empfiehlt FrankfurtRheinMain wärmstens, diesen hier ebenfalls sehr ausgeprägten Standortvorteil noch deutlich stärker zu akzentuieren. Ein Erfolgserlebnis konnte hierzu bereits Prof. Dr. Maas berichten: Neulich habe ihn ein amerikanischer Spitzen-Forscher im Einstellungsprozess gefragt, ob er nicht auch von Berlin aus arbeiten könne. „Ich habe ihm gesagt, dass das Kulturangebot in FranfurtRheinMain genauso gut ist wie in Berlin. Ich konnte ihn überzeugen.“

„Metropol 2030“ wurde wurde maßgeblich von der Deutschen Börse und PwC mitgestaltet. Fortsetzung folgt!

Fotos © Andreas Varnhorn

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