Neumitglied MarketDialog: Kurz-Interview mit Managing Director Helen Hain

Mitglieder im Fokus

  • 13.09.2017

„Unsere Region braucht Mut“

MarketDialog zählt zu den jüngsten Mitgliedern der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain. Seit Anfang des Jahres engagieren sich die Experten für Marketing- und Vertriebsunterstützung aus Eschborn in unserem Unternehmernetzwerk. Ein Gespräch mit Geschäftsführerin Helen Hain: über Beruf und Berufung, den Nachholbedarf der Metropolregion im Bereich Start-up-Förderung und den Siegeszug des „Business to Human".

Frau Hain, Kundenmanagement, Kundenakquise & Co. sind die Schlagwörter Ihrer Branche. Was spricht für eine Auslagerung dieser Kompetenzen?

Die Frage, die sich jedes Unternehmen in diesem Zusammenhang stellen muss, ist: Verfügt mein Vertrieb über die benötigten Ressourcen Zeit, Know-how, IT-Unterstützung, Muße und Selbstmotivation, um Potenziale zu scannen und weiterzuentwickeln? Der Vertrieb sollte sich auf das fokussieren, was er am besten kann: den persönlichen Dialog beim zukünftigen Kunden. Auslagerung – das bedeutet hier keineswegs ein Outsourcing von Fachwissen, sondern lediglich die Fokussierung auf die eigenen Kompetenzen.

Und: Warum MarketDialog?

Mit 30 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der Kundenkommunikation im Gepäck wissen wir sehr genau, dass es mehr als nur einen Ansatz gibt. Als Beratungspartner zeigt die MarketDialog dem Kunden einen klaren Weg im Marketing und Vertrieb auf, egal ob in der Neukundenakquise, in der Bestandskundenpflege oder in der erneuten Kundenreaktivierung. Unternehmerische Ziele, Vertrieb sowie Händlerstrukturen müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Eine kontinuierliche Überprüfung dieser strategischen Verflechtungen auf Basis von KPIs ist essentiell, um Projekte gewinnbringend umzusetzen und nachhaltig zu steuern. Daten müssen heutzutage „just in time" messbar, analysierbar und interpretierbar sein. Voraussetzung dafür ist ein gutes CRM oder zumindest ein Lead-Management-System. Die drei Geschäftsbereiche Marketing- & Vertriebsberatung, Application- & Database-Management und Vertriebsservice ermöglichen es uns, für unsere Kunden einen nachhaltigen Vertriebskanal aufzubauen. Unser 60-köpfiges Team arbeitet mit großem Engagement daran, den Vertriebsmitarbeitern auf Kundenseite die Türen zu öffnen.

In diesem Jahr feiern wir übrigens 15 Jahre MarketDialog. Was schon 2002 die Basis unseres Geschäfts bildete, wird sich auch zukünftig in unserem Leistungsportfolio widerspiegeln. Es gilt, das enorme Potenzial der Digitalisierung und die steigende Kommunikationsfähigkeit der unterschiedlichen Zielgruppen zu kanalisieren und daraus neue und werthaltige Vertriebswege zu kreieren.

Ihr Unternehmen ist in Eschborn zu Hause, Sie kennen FrankfurtRheinMain lange und gut. Welche Perspektiven sehen Sie für unsere Metropolregion?

FrankfurtRheinMain verfügt über alle Voraussetzung eines führenden europäischen Wirtschaftsraums. Die infrastrukturellen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Verflechtungen sind in keiner deutschen Region stärker ausgeprägt. Die Zusammenführung von Kapital, Gütern, Informationen und Menschen aller Nationalitäten bietet die besten Voraussetzungen für Unternehmen.

Um auch zukünftigen Herausforderungen gewachsen zu sein, muss jedoch ein Wandel stattfinden. Damit meine ich eine intensive Förderung von jungen Gründern, sei es durch monetäre oder auch strukturelle Unterstützung. Berlin als Mekka der deutschen Start-up-Szene veranschaulicht uns die Rahmenbedingungen, unter denen junge Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung gedeihen können. Aber nicht nur die Politik ist in der Pflicht, sich den sich ändernden Gegebenheiten anzupassen, sondern auch die etablierten Unternehmen der Region. In den nächsten Jahren wird es darum gehen, eine attraktivere Umgebung für junge Unternehmen in unserer Metropolregion zu schaffen und die Weitsicht renommierter Unternehmen zu schärfen. Die Voraussetzungen für FrankfurtRheinMain, ein starker Wirtschaftsraum zu bleiben, sind gut – nicht zuletzt durch die Internationalität der Stadt Frankfurt. Jetzt braucht unsere Region vor allem eines: Mut!

Was bewegt Sie als Unternehmerin ganz persönlich? Wo geht der Weg von MarketDialog hin?

Spätestens als ich 2002 die damals insolvent gegangene Firma MarketForce GmbH übernahm, ist aus meinem Beruf eine Berufung geworden. Ich habe mir Partner und Investoren gesucht, mit allen Kunden Gespräche geführt und sie gebeten, mir die Chance zu geben, dieses Unternehmen zu retten. Daraus wurde die Erfolgsgeschichte von MarketDialog. Ich arbeite nach wie vor sehr gerne im Unternehmen, jedoch seit einiger Zeit mehr am Unternehmen. Wohin zeigen die Trends? Wie wird die Zukunft aussehen? Trotz Digitalisierung, steigender Nutzung der sozialen Netzwerke und Veränderung des Kaufverhaltens wird es auch zukünftig mehr denn je um den „Faktor Mensch" gehen. Vermeintliche USPs sind nur punktuell oder kaum vorhanden, Produkte und Dienstleistungen zwar unterschiedlich, jedoch im Grunde vergleichbar. Die Grenzen zwischen B2C- und B2B-Märkten sind heute schon fließend. Die Zukunft gehört dem B2H: „Business to Human". Menschen, die sich zur gleichen Wertegemeinschaft zählen, empathisch aufeinander reagieren und sich als sympathisch empfinden, werden zukünftig in Geschäftsbeziehungen treten. Mein Ziel ist es, diese Menschen und Unternehmen auf ihrem Wachstumsweg zu begleiten.

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