Tag der Metropolregion: „Wir müssen die regionale Zusammenarbeit lernen und einüben“

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  • 11.05.2017

Wirtschaftskammern, Landes- und Kommunalpolitik nehmen den Status quo der Zukunftsregion FrankfurtRheinMain unter die Lupe

Immer im Mai ist es Zeit für den „Tag der Metropolregion". Die Wirtschaftskammern, allen voran die IHK Frankfurt, laden die wichtigsten Entscheider dazu ein, Entwicklungen und Fortschritte in der regionalen – sprich: vor allem auch bundesländerübergreifenden – Zusammenarbeit gemeinsam auf den Prüfstand zu stellen. Wo stehen wir und was haben wir in und für FrankfurtRheinMain erreicht? Das waren auch in diesem Jahr wieder die zentralen Fragen. Getan hat sich in den letzten zwölf Monaten vor allem auf der Projektebene viel Richtungsweisendes. Der große Diskussionspunkt hier und heute: Brauchen wir ein „Strategic Board", das künftig die regionalen Aktivitäten verzahnt und koordiniert?

Mit Projekten FrankfurtRheinMain zukunftssicher machen

Rückblende: Auf dem „Tag der Metropolregion" 2016 drehte sich alles um „PERFORM". Die von 13 Handels- und Handwerkskammern der Region initiierte Projektinitiative hatte hier ihre Geburtsstunde – rege unterstützt durch die Teilnehmer, die sich im Rahmen eines Live-Votings für mehr FrankfurtRheinMain durch konkrete gemeinsame Projekte aussprachen. Nach einem Jahr zog Prof. Dr. Kristina Sinemus, Präsidentin der IHK Darmstadt, nun eine positive Bilanz. 50 Projektideen in 4 Themenfeldern wurden im Rahmen von PERFORM zwischenzeitlich erarbeitet, 10 befinden sich in der Umsetzung, 20 in der Pipeline. Als Leuchtturm gilt hier zum Beispiel das Darmstädter Kompetenzzentrum „Mittelstand 4.0", das KMUs der gesamten Metropolregion Beratung und Hilfestellung in allen Fragen der Digitalisierung anbietet.

Drei Länder, eine Metropolregion

Auch Gastgeber Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt und stellvertretender Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain, schlug in seiner Standortbestimmung den Bogen zur letztjährigen Veranstaltung. Zwei Drittel der Teilnehmer hatten seinerzeit für einen intensivierten Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und regionalen Gesellschaften votiert – auf Augenhöhe und über die Grenzen der drei Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern hinweg. „Es mangelt aber an einem strategischen Scharnier", so Prof. Müller. Der Ansatz, dafür ein „Strategic Board", einen Steuerungskreis, ins Leben zu rufen, kam auch in den drei anschließenden Panels immer wieder zu Sprache. Voraussetzung: Es darf keine zusätzliche „Institution" entstehen, das Gremium sollte nicht zu groß sein und dennoch alle wichtigen Ebenen einbeziehen. Eine anspruchsvolle Aufgabe und ein Spagat, wie sich die Gäste einig waren.

In einem Tandem-Talk-Format diskutierten die renommierten Journalistinnen Mechthild Harting, Frankfurter Allgemeine Zeitung, und Patricia Küll, Südwestrundfunk, mit hochrangigen Vertretern der Landesregierungen, Landkreise, Kommunen und Wirtschaftskammern. Interessante Impulse boten gerade die Perspektiven aus den „Randlagen" der Region, etwa aus Rheinhessen oder dem Odenwald, vom Bayerischen Untermain oder von der Bergstraße. Ihre wichtigsten Themen: Infrastruktur, Infrastruktur, Infrastruktur. Länderübergreifende Kooperationen sind hier längst Teil der Lebenswirklichkeit und finden teilregional organisiert statt. „Im größeren Rahmen müssen wir diese Form der Zusammenarbeit noch lernen und einüben", sagte Friedbert Eder, IHK-Präsident aus Aschaffenburg. Ein erster Kristallisationspunkt wird hier das auslaufende hessische Metropolgesetz und der mögliche Neuzuschnitt des Regionalverbands FrankfurtRheinMain sein.

Best-Practice-Beispiele aus der Region

Im letzten Teil der Veranstaltung wurde es wieder sehr konkret. Das Projekt „FrankfurtRheinMain 2030", vorgestellt von Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Frankfurter Wirtschaftsförderung und der FrankfurtRheinMain GmbH – International Marketing of the Region, hat das Ziel, ein strategisches Zukunftsbild für die Metropolregion zu erarbeiten. Im Rahmen einer Raumtypenanalyse und einer groß angelegten Umfrage unter 500 Akteuren sowie anhand von fünf verdichtenden Zukunftsworkshops gelang es hier, konkrete Projektideen zu identifizieren, die auch in die Kammerinitiative PERFORM münden sollen. Besonders beeindruckte zudem die Präsentation der Teilregion Bayerischer Untermain, die im Kontext der Zughörigkeit zur Metropolregion FrankfurtRheinMain gemeinsam mit PricewaterhouseCoopers eine fundierte Positionsbestimmung vorgenommen hatte.

Fazit im Live-Voting durch die Teilnehmer: Konkrete Projekte sind gut, um die Metropolregion erlebbarer zu machen. Aber sie sollten stärker zusammengeführt werden, um die Schlagkraft zu erhöhen. Sicher ist: In einem Jahr wird beim nächsten „Tag der Metropolregion" wieder ganz genau hingeschaut, wie weit der Einigungsprozess in FrankfurtRheinMain fortgeschritten ist.

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