Urbane Produktion: Studie gibt wichtige Impulse für FrankfurtRheinMain

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  • 09.12.2016

Think Tank der Initiative Wissensregion denkt den digitalen Wandel der Industrie in die Zukunft

Digitaler, vernetzter, individueller und vor allem wieder urbaner – so wird die Industrie der Zukunft aussehen. Das resümiert der Think Tank der Initiative Wissensregion FrankfurtRheinMain (WiR) in einer brandaktuellen Studie. Unter der Überschrift „Urbane Produktion" zeigen die Vordenker ganz konkret, welche Hausaufgaben die Metropolregion auf dem Weg zum modernen und wettbewerbsfähigen Industriestandort jetzt zu tun hat und welche Leitprojekte hier in die richtige Richtung weisen. Die wichtigsten Forderungen der Initiative Wissensregion, zu deren Projektpartnern auch die Wirtschaftsinitiative gehört: Wir brauchen ein beispielgebendes digitales Gewerbegebiet, eine optimale digitale Infrastruktur und eine breite digitale Methodenkompetenz in Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Initiative Wissensregion hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Wissensstandort FrankfurtRheinMain voranzubringen und ein vernetztes Agieren zu fördern. Überzeugt, dass Wissen Zukunft schafft, engagieren sich die IHK Frankfurt am Main, der Regionalverband FrankfurtRheinMain und die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain als Hauptprojektpartner der Initiative. Der Think Tank bildet die zentrale Arbeits- und Projektplattform, das „Hirn" der Wissensregion – hier haben sich seit Februar 2015 mehr als 130 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zum Thema „Urbane Produktion" ausgetauscht und beraten. Das Ergebnis: klare Handlungsempfehlungen, eine Zukunftsvision und ein Dutzend vielversprechende Leitprojekte – zusammengefasst in einer kompakten Studie.

Megatrend Digitalisierung: Betrifft alles und alle

Warum „Urbane Produktion"? Die Arbeitswelt und sämtliche Lebensbereiche des Menschen werden derzeit grundlegend auf den Kopf gestellt. Neue Technologien und Verfahren führen zu neuen Geschäftsmodellen, die Produktion wird digitaler. Mit der Veränderung der Geschäftsmodelle geht eine Rückverlagerung der Produktion in die Städte einher. Je mehr die Produktion digital wird, desto weniger ist die Distanz zur Stadt ein Vorteil. Je weniger Emissionen und je weniger Verkehr die Produktion verursacht, desto mehr kommen andere Faktoren zum Tragen: etwa gute Verkehrsanbindungen und Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter, eine bessere Breitbandinfrastruktur in der Stadt oder die Vernetzung mit Vorproduzenten und Zulieferern.

„Die Metropolregion FrankfurtRheinMain ist ein wichtiger Industriestandort – nicht umsonst kommt das Gros der Gewerbesteuer von Industrieunternehmen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, gilt es, die Auswirkungen des Megatrends Digitalisierung auf die Wirtschaft unserer Region zu verstehen und aktiv zu gestalten. Die Think Tank-Studie dient hier als Augenöffner", so IHK-Präsident Prof. Dr. Mathias Müller bei der Vorstellung der Studienergebnisse.

Voraussetzungen: Damit die urbane Produktion in der Region eine Zukunft hat

Zu den wesentlichen Handlungsfeldern zählen die Macher der Studie die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen. Hilfreiche Beispiele werden etwa beim „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum (MIT)" an der TU Darmstadt durchgespielt. Doch die Digitalisierung der Wirtschaft verändert nicht nur das Geschäft, sondern insbesondere auch die Anforderungen an die Beschäftigten. IT-Kompetenzen sowie das Denken in komplexen Prozessen werden wichtiger. Es entstehen neue Berufsfelder und Profile.

„Gefordert sind künftig Digital Leader, die die IT- und Business-Perspektiven optimal zusammenbringen können. Hier müssen Ausbildungsträger aktiv werden und ihre Angebote bedarfsgerecht modernisieren", führte Prof. Dr. Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsinitiative, aus. Ein in seiner Art bundesweit einzigartiges Vorreiterprojekt sei hier der vom „House of IT" angestoßene „Master of Digital Transformation Management" (MBA), der ab Herbst 2017 an der Goethe Business School belegt werden kann. Gerade mit Blick auf die Ansiedlung von Start-ups und die Bindung junger innovativer Gründer habe FrankfurtRheinMain deutlichen Nachholbedarf. „Die Tatsache, dass im letzten Jahr in Berlin 2,2 Milliarden Euro Risikokapital investiert wurden, bei uns nur 22 Millionen, sollte uns zu denken geben."

Natürlich ist die Region FrankfurtRheinMain der wichtigste Standort der Internetwirtschaft in Europa. Dennoch lässt sich auch in Sachen „Digitale Infrastruktur" Handlungspotenzial identifizieren. Die zentrale Forderung, die die Initiative Wissensregion gerade in Richtung der Politik vermittelt: „Wir brauchen ein beispielgebendes Gigabit-Gewerbegebiet, an dem sich digitale Geschäftsmodelle voll entfalten können", so Prof. Müller weiter. Damit habe FrankfurtRheinMain die Chance, sich ein Alleinstellungsmerkmal im Standortwettbewerb zu geben. Die Bauplanungsrechtsnovelle, die die Bundesregierung jüngst auf den Weg gebracht habe, mache hier laut Regionaldirektor Ludger Stüve Hoffnung, verfolge sie doch die Absicht, das Miteinander von Wohnen und Arbeiten in der Stadt deutlich zu stärken.

Über die Initiative Wissensregion: „WiR" für FrankfurtRheinMain

Mit der Unterzeichnung der „Wissenserklärung" 2008 bekannten sich rund 370 führende Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zur Wissensregion FrankfurtRheinMain. Seither ist das Netzwerk stetig gewachsen. Bis heute sind über 1.000 Experten aus Ministerien, Hochschulen, Forschungsinstituten, Unternehmen, Kammern, Verbänden und Organisationen in den Kommunikations- und Arbeitsprozess eingebunden. Zu den Hauptaufgaben der Initiative Wissensregion gehört die kontinuierliche Standortbestimmung und das Sammeln von Benchmark-Daten, die kommunikative Profilschärfung der Wissensregion Frankfurt-RheinMain und die Benennung klarer Handlungsimpulse für Entscheider. Zuletzt hat die Initiative Wissensregion die „Wissensbilanz 2016" veröffentlicht.

Die vollständige Studie „Urbane Produktion: Impulse für FrankfurtRheinMain" können Sie hier downloaden: http://www.wissensportal-frankfurtrheinmain.de/Think-Tank/Urbane-Produktion.

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Pressekonferenz Urbane Produktion

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