Innovationsforum 2016: Deutschland digital – Agenda Fortschritt?

Veranstaltungen

  • 06.09.2016

Top-Entscheider und Gründernachwuchs an der Goethe-Universität

Deutschland digital und 4.0: Wie steht es um unsere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit? Wann kommen die Roboter? Und: Warum haben wir kein Silicon Valley? Das Handelsblatt Innovationsforum hielt auch 2016 das, was es verspricht: Fünf Top-Entscheider im lebhaften Dialog über die Zukunft der Wirtschaft, drei prämierte Nachwuchsgründer aus dem „Goethe-Unibator", ein „elektrisierender" Keynote-Speaker – und viele wichtige Impulse für die rund 600 Gäste am Campus Westend, darunter auch zahlreiche Mitglieder der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain.

„Freunde" stiften Goethe-Innovations-Preis

Die Jury des Goethe-Innovations-Preises hatte die sprichwörtliche Qual der Wahl. Drei gleichermaßen außergewöhnliche wie verschiedene Projekte aus dem Gründerzentrum der Goethe-Universität Frankfurt schafften es am Ende aufs Treppchen. Die jungen Macher von Lime Medical beeindruckten mit einem Reha-Robotermodul, das in der physiotherapeutischen Nachbehandlung von verletzten Fingern zum Einsatz kommen soll. Legalhead ist eine mobile Jobmatching-Plattform, die Juristen und Arbeitgeber mittels eines ausgeklügelten Pairing-Algorithmus zueinander bringt und bereits erfolgreich am Markt läuft. Und schließlich RhabdoTec: Das neue Biotech-Verfahren, das Mikroorganismen gezielt zur Entwicklung und Herstellung neuartiger Wirkstoffe programmiert, machte das Rennen und konnte den Löwenanteil des mit insgesamt 17.000 Euro dotierten Preises einstreichen.

Dr. Friederike Lohse, Vorstand der „Freunde und Förderer der Goethe-Universität", unterstrich den „disruptiven Charakter" der Gewinner-Innovation. Gemeinsam mit Uni-Präsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff überreichte sie den von den „Freunden" gestifteten Preis. Die Förderorganisation mit über 1.600 Mitgliedern versteht sich als Brücke zwischen Universität, Wirtschaft, Stadt und Region. Dr. Lohse: „Bildung schafft Beschäftigung – diesen Zusammenhang sehen wir gerade in FrankfurtRheinMain sehr deutlich."

Starker industrieller Kern: Alt und neu verbinden

„Unser Rohstoff steckt nicht im Boden, sondern in den Köpfen", eröffnete Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart den Diskussionsteil des Innovationsforums und übergab direkt an jemanden, der sich bestens damit auskennt, diesen „lebenden Rohstoff" zu gewinnen: Dr. Till Reuter, Vorstandsvorsitzender von KUKA. Das Unternehmen, das zu den Top 3-Roboterbauern weltweit gehört, machte jüngst dank der Übernahme durch einen chinesischen Hersteller Schlagzeilen. In seiner Keynote beschrieb Dr. Reuter seine Vision von der „Generation R", die mit Robotern so selbstverständlich zusammenarbeiten werde wie bereits heute mit dem Smartphone.

„Wo steht das digitale Deutschland denn nun?", ließ Moderator Steingart nicht locker. Auf dem Podium versammelte er dafür vier weitere Top-Manager aus ganz unterschiedlichen Branchen zum Dialog. Ihre Gemeinsamkeit: Die Digitalisierung stellt ihre Unternehmen vor große Herausforderungen. Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Postbank, mahnte eine fehlende europäische Perspektive an. Klaus Rosenfeld, CEO des Automobil- und Industriezulieferers Schaeffler, betonte den starken industriellen Kern und monierte gleichzeitig, Deutschland habe die Chance verpasst, Leitmarkt für E-Mobilität zu werden. Hier sei China davongezogen. Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung attestierte Petra Justenhoven, Vorstand der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, nach wie vor dem Mittelstand. „Aber: Wir starten in Deutschland von einer sehr hohen Basis", machte Olaf Koch, CEO des Handelsriesen Metro, deutlich. Auf die Frage aus dem Publikum, warum Deutschland kein Silicon Valley habe, fiel die Antwort der Runde positiv aus: „Wir haben dafür mehrere kleine Silicon Valleys."

Die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain unterstützt das jährlich von Goethe-Universität und Handelsblatt ausgerichtete Innovationsforum als Partner und Spender.

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