BCG-Studie: Brexit - Banker, quo vadis?

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  • 06.07.2016

Für internationale Finanzdienstleister ist Frankfurt die erste Wahl nach dem Brexit!

In einer aktuellen Studie der Boston Consulting Group (BCG) sehen internationale Finanzexperten Frankfurt als besten alternativen Finanzstandort zu London. Insgesamt rund 360 Entscheider aus dem Bankensektor, vorwiegend aus Großbritannien, aber auch aus Deutschland, Frankreich und den USA, nahmen an der Umfrage teil. Ziel der kurz vor dem britischen EU-Referendum durchgeführten Untersuchung war, die Attraktivität alternativer Standorte zu London zu ermitteln und das Ausmaß von möglichen Arbeitsplatzverlagerungen nach einem Brexit abzuschätzen.

Die Studie wurden am 05. Juli 2016 in einer gemeinsamen Pressekonferenz der FrankfurtRheinMain GmbH – International Marketing of the Region, dem Verein Frankfurt Main Finance und der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain vorgestellt. BCG-Deutschlandchef Carsten Kratz erläuterte die wichtigsten Ergebnisse.

Neun globale Finanzplätze wurden in der Umfrage auf ihre Attraktivität hin untersucht. Die Befragung erfolgte mit gestützter und ungestützter Methodik.
Bei dem ungestützten, spontanen Ranking der Finanzzentren nimmt Frankfurt nach New York und Dublin den dritten Rang ein. Bei der Bewertung von 14 Einzelkriterien je Standort ergibt sich aus der gestützten Befragung jedoch ein anderes Bild. Da liegt Frankfurt am Main in Summe an der Spitze vor allen anderen Finanzplätzen der Welt, diesmal gefolgt von New York und Dublin.

Wesentliche Gründe, die für Frankfurt sprechen, sehen laut Studie die Befragten in der wirtschaftlichen und politischen Stabilität, im Wohnungsmarkt sowie in der Effizienz staatlicher Einrichtungen. Handlungsbedarfe dagegen sieht man in einem vergleichsweise schwachen Image, insbesondere bei den sogenannten ‚weichen Standortfaktoren'. Eine Empfehlung von BCG: „Frankfurt muss das Thema Internationalität stärker nach außen kommunizieren, auf die vergleichsweise günstige Wohnsituation hinweisen und die kulturelle Attraktivität für ein breiteres internationales Publikum erhöhen."

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann unterstrich anlässlich der Pressekonferenz, offensiv um Ansiedlungen in Frankfurt und der Region zu werben. Dazu sollen die Budgets der Wirtschaftsförderung Frankfurt und der Tourismus und Congress GmbH (TCF) nachhaltig angehoben werden. Zudem bestehe die Aussicht, weitere Gesellschafter für die FrankfurtRheinMain GmbH zu gewinnen und somit den internationalen Marketingetat zu steigern.

Prof. Dr. Wilhelm Bender, Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain, betonte, dass er in der Stadt des Euro grundsätzlich keine Freude über den Brexit verspüre. Es sei aber legitim für die Stadt und die Metropolregion FrankfurtRheinMain, sich bietende Chancen aufzugreifen und sich als attraktiver Standort in Position zu bringen: „Die neue Studie liefert uns dazu beste Argumente".

Eric Menges, Geschäftsführer der FrankfurtRheinMain GmbH, berichtete über die neu eingerichtet Internetseite „welcometofrm.com", die sich gezielt auf die Bedürfnisse und Interessen möglicher umzugswilliger Unternehmen und Mitarbeiter ausrichte. Bereits über 25.000 Zugriffe konnten innerhalb weniger Tage verzeichnet werden. Auch sei eine Telefonhotline eingerichtet, die für potenzielle Investoren rund um die Uhr als Beratungsstelle zur Verfügung steht.