Tag der Metropolregion: „Die nächste Stufe zünden“

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  • 20.05.2016

Regionale Wirtschaftskammern diskutieren mit Landes- und Kommunalpolitik über Perspektiven für FrankfurtRheinMain

Der Tag der Metropolregion, der im vergangenen Jahr Hunderte Akteure aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in der Frankfurter Paulskirche zusammengebracht hatte, gilt als ein Meilenstein und bisher klarstes Bekenntnis für eine gemeinschaftlich agierende Region FrankfurtRheinMain. Wo steht der regionale Strategie- und Entwicklungsprozess ein Jahr später? Was will die Politik – insbesondere auf Ebene der beteiligten Bundesländer? Was hat sich projektseitig konkret getan? Antworten, Einblicke und Ausblicke versprach die diesjährige Ausgabe des Tags der Metropolregion. Unter Federführung der IHK Frankfurt luden die unternehmerischen Interessenvertretungen der Region – einschließlich der Wirtschaftsinitiative – zum Dialog mit Landespolitik und kommunalen Spitzenvertretern.

Neue Melodie

Die gute Nachricht des Tages: Das Commitment zu einer Metropolregion FrankfurtRheinMain, die sich im internationalen Standortwettbewerb gemeinschaftlich den aktuellen und kommenden Herausforderungen stellt, hat sich in Politik und Wirtschaft weiter verfestigt und deutlich verbreitert. In einem Tandem-Talk-Format sprach Moderatorin und F.A.Z.-Redakteurin Mechthild Harting mit Oberbürgermeistern und Landräten, IHK-Präsidenten und Unternehmensvertretern der Region über die wichtigsten Knackpunkte. Tilman Wittershagen, Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Mitte der Deutschen Bank und Vorstandsmitglied der Wirtschaftsinitiative, ging hier mit dem Frankfurter Stadtoberhaupt Peter Feldmann in den Dialog und brach angesichts der hochgradigen internationalen Verflechtungen in FrankfurtRheinMain eine Lanze für ein „smartes und vernetztes Management der Region". Der Mainzer OB Michael Ebling meinte gar eine gänzlich „neue Melodie" im Regionalkonzert zu hören, die nun ein Miteinander „auf Augenhöhe" möglich macht.

Gemeinsamer Spirit

Im zweiten Diskussionsteil bat die Südwestrundfunk-Journalistin Patricia Küll Vertreter der Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern in den Ring: Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei, Martin Orth, Leiter der Abteilung Landesplanung im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, sowie Berthold Rüth, Mitglied im Vorstand der CSU-Landtagsfraktion in München. Alle drei bekräftigten ausdrücklich den Willen zur länderübergreifenden Kooperation in FrankfurtRheinMain, die auch Baden-Württemberg einschließt, berichteten über bestehende Abstimmungslinien und beschworen einen „gemeinsamen Spirit". Das Publikum, das von den Moderatorinnen immer wieder per Live-Voting mit einbezogen wurde, war sich dennoch einig: In der Vergangenheit sei deutlich zu wenig gemeinsam getan worden.

„FrankfurtRheinMain 2030"

Wo ist der Regionalprozess im letzten Jahr auf der strategischen Ebene vorangekommen? Der Regionalverband FrankfurtRheinMain und die FRM GmbH International Marketing of the Region hatten aus der Paulskirchen-Veranstaltung 2015 den Auftrag mitgenommen, die Strategiediskussion für die Metropolregion FrankfurtRheinMain mit Zahlen, Karten und Fakten zu unterfüttern. In einem Impulsvortrag stellte Dr. Ulrich Störk, Partner und Standortleiter Frankfurt der beauftragten Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, einen Werkstattbericht zur Studie „FrankfurtRheinMain 2030" vor. Die vorgenommene Stärken-Schwächen-Betrachtung basiert auf einer neuen Analyseform, die anhand von dynamischen Daten Raumstrukturen und -typen identifiziert und zur Deutung von übergreifenden Wirkungszusammenhängen heranzieht. Beispiele: „Überregionale Anziehungsräume" oder „Logistikräume". Für FrankfurtRheinMain wurden 16 Teilräume identifiziert, die nicht an Landkreis- oder Kommunalgrenzen haltmachen. Aktuell sind für diese Räume konkrete Steckbriefe in Arbeit. Vorbild für das neue Raumkonzept ist die Region Zürich, die damit bereits erfolgreich ihre Wohnraumplanungs- und Nachverdichtungsvorhaben umsetzt.

„PERFORM Zukunftsregion FrankfurtRheinMain"

Zum Abschluss des Vormittags stellte Gastgeber Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt und stellvertretender Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative, gemeinsam mit der Darmstädter IHK-Präsidentin Prof. Dr. Kristina Sinemus und dem Präsidenten der Handwerkskammer FrankfurtRheinMain Bernd Ehinger eine neue Initiative vor: „Wir müssen jetzt die nächste Stufe zünden und ein intelligentes Zusammenspiel zwischen Politik und Wirtschaft organisieren", machte Prof. Müller deutlich. „PERFORM Zukunftsregion FrankfurtRheinMain", so der Name der von den Kammern vorangetrieben Initiative, versteht sich als konkrete Projektplattform und länderübergreifende Klammer. Vier Arbeitsgruppen befassen sich zunächst mit den Themen Mobilität und Verkehr, Gründungs- und Innovationsregion, Digitalisierung sowie Flächenaktivierung und räumliche Entwicklung. 2017 wollen alle Beteiligten wieder zu einem Tag der Metropolregion zusammenkommen und den erreichten Fortschritt unter die Lupe nehmen.

Mehr unter: www.perform-frankfurtrheinmain.de.

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