Mitgliederversammlung: „Qualitativer Fortschritt im Regionalprozess erkennbar“

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  • 19.04.2016

Die Wirtschaftsinitiative wird 20 und bleibt in Bewegung

Seit genau zwei Jahrzehnten setzt sich die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain für die Sache der Metropolregion ein. Doch der Blick in den Rückspiegel sollte bei der Mitgliederversammlung – abgesehen von einem großen Dankeschön an alle Wegbegleiter und Mitstreiter – nicht im Vordergrund stehen. Der Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsinitiative Prof. Dr. Wilhelm Bender nahm die aktuellen Entwicklungen des Regionalprozesses unter die Lupe. Die Wiederwahl des Frankfurter IHK-Präsidenten Prof. Dr. Mathias Müller zum stellvertretenden Vorsitzenden der Initiative besiegelte die fortgesetzte enge Verzahnung der unternehmerischen Interessenvertretungen in der Region. Und Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach in seinem Gastvortrag über die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens und des Luftfahrtstandorts FrankfurtRheinMain. Chancen, Potenziale, Herausforderungen im Fokus – typisch Wirtschaft.

Politik hat Metropolregion auf der Agenda

Wo steht der regionale Entwicklungsprozess in FrankfurtRheinMain, der durch die Unterzeichnung der „Erklärung zur Zukunft der Metropolregion" vor genau einem Jahr einen deutlichen Schub erfahren hatte? So lautete die Kernfrage, die die aktuelle Mitgliederversammlung der Wirtschaftsinitiative bewegte. „Die kommunalen und regionalen Akteure haben im Frühjahr 2015 in der Paulskirche ein Zeichen gesetzt. Ein qualitativer Fortschritt in der Diskussion ist heute klar erkennbar. Multilaterale Gespräche laufen auf den unterschiedlichsten Ebenen, auch direkt zwischen den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern und sogar unter Beteiligung von Baden-Württemberg, was sehr erfreulich ist", erläuterte der Vorsitzende Prof. Dr. Wilhelm Bender im Rahmen seines Vorstandsberichts. Im Jahr des 20-jährigen Bestehens des Unternehmernetzwerks gebe es Anlass, optimistisch in die Zukunft zu blicken. „Das Thema der Metropolregion steht heute stärker als je zuvor in der Breite auf der politischen Agenda", betonte Prof. Bender und bedankte sich insbesondere bei den Mitgliedern der ersten Stunde für ihr langjähriges und nachhaltiges Engagement. Ziel der Wirtschaftsinitiative und ihrer Partner ist eine engere Zusammenarbeit in den zentralen Entwicklungsthemen der Metropolregion FrankfurtRheinMain, gegebenenfalls bundesländerübergreifend staatsvertraglich organisiert. Auch eine Neufassung des Metropolgesetzes, die für 2019 ansteht, spielt hierbei eine wichtige Rolle.

Verzahnte unternehmerische Interessenvertretung

Dass die Wirtschaft der Metropolregion FrankfurtRheinMain weiter konsequent an einem Strang zieht, das bestätigte die Wiederwahl des Frankfurter IHK-Präsidenten Prof. Dr. Mathias Müller im Vorstandsamt der Wirtschaftsinitiative. „Es ist enorm wichtig, die große IHK Frankfurt und ihren Präsidenten fest an der Seite der Wirtschaftsinitiative zu wissen, wenn es um die Gestaltung einer starken und wettbewerbsfähigen Metropolregion FrankfurtRheinMain geht", bedankte sich Prof. Dr. Wilhelm Bender bei Prof. Müller für die sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Vorstandsteam. Prof. Müller wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig für weitere drei Jahre zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands gewählt. Das ehrenamtliche Leitungsgremium der Wirtschaftsinitiative komplettieren Schatzmeister Dr. Norbert Schraad, Mitglied des Vorstandes der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, sowie Tilman Wittershagen, Sprecher der Geschäftsleitung der Deutschen Bank AG. Wittershagen fungierte zudem als Gastgeber des Abends, da die Mitglieder der Wirtschaftsinitiative sich in den Türmen der Deutschen Bank versammelt hatten. Obligatorisch findet die jährliche Mitgliederversammlung in den Räumlichkeiten eines Mitglieds statt.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr zu Gast

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Keynote von Carsten Spohr. Bereits im April 2015 hatte der CEO der größten deutschen Airline sein Kommen zugesagt. „Wir wissen leider alle, warum ich im letzten Jahr nicht zu Ihnen sprechen konnte", begann er seinen ehrlichen und authentischen Vortrag. „Unsere erste Priorität ist die Sicherheit unserer täglich rund 300.000 Passagiere", so Spohr. Die zweite Priorität sei die Zukunftsfähigkeit des Lufthansa-Konzerns – in Hessen der größte Arbeitgeber. Als zentrale Herausforderungen für die Luftfahrtbranche in Deutschland und Europa nannte er die Verlagerung der Weltwirtschaft Richtung Asien, den demografischen Wandel, die Digitalisierung und vor allem den intensiven Wettbewerbsdruck. Zum Luftfahrtstandort FrankfurtRheinMain machte er deutlich, wie wichtig der Erhalt der Drehkreuzfunktion für das Geschäft der Lufthansa, für die Metropolregion und für Deutschland sei. „Wir brauchen hier die Unterstützung der Politik."