Angemerkt von Prof. Dr. Wilhelm Bender

Meinung

  • 01.11.2015

Die Metropolregion Rhein-Neckar feiert einen runden Geburtstag – und FrankfurtRheinMain gratuliert: zu zehn Jahren gemeinsamer Regionalentwicklung und zu einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte!

Obwohl nur halb so groß wie FrankfurtRheinMain, hat uns unsere südliche Nachbarregion, mit der wir uns im Kreis Bergstraße überlappen, seit einer Dekade etwas Entscheidendes voraus: Im Sommer 2005 unterzeichneten die Kabinette der drei Bundesländer Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen einen Staatsvertrag und verpflichteten sich, eine politisch handlungsfähige Einheit zu formen. Die Geburtsstunde der Metropolregion Rhein-Neckar und der Startschuss für einen koordinierten Regionalplanungsprozess. Kein Zufall, dass der Anstoß dazu aus der Wirtschaft kam. Der damalige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BASF Eggert Voscherau erwarb sich hier viele Verdienste.

Warum klappte in Rhein-Neckar bereits 2005, was die Wirtschaft in FrankfurtRheinMain im Jahr 2015 noch immer vehement einfordern muss? Sicher: Die Größe und Komplexität der Verwaltungsstrukturen machen es hier nicht gerade einfach. Und wir wissen auch, dass ein Staatsvertrag allein kein Garant für eine konsensuale Regionalpolitik ist. Aber was am Ende des Tages zählt, ist der politische Wille. Die hessischen und rheinland-pfälzischen Landesregierungen feierten im September kräftig das Rhein-Neckar-Jubiläum. Jetzt liegt es an ihnen, gemeinsam mit Bayern ein Zukunftsmodell für FrankfurtRheinMain zu entwickeln. Mit der hessischen Landesinitiative „2020+“ und der Revision des Metropolgesetzes zum Jahr 2019 ist dafür jedenfalls kein angemessener Zeithorizont gesetzt – da sind wir uns in der Wirtschaftsinitiative, den IHKs und Handwerkskammern sehr einig. Die Paulskirchen-Konferenz im Frühjahr hat ein Fenster aufgemacht, das jetzt noch offen steht. 2016 sollten wir die entscheidenden Pflöcke einschlagen.

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