Wirtschaftsgespräche am Main mit Dr. Kurt Bock

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  • 02.09.2015

Wirtschaftsgespräche am Main mit Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des Vorstandes, BASF SE

Weltkonzern ist ein Begriff, der auf wenige Unternehmen so zutrifft wie auf BASF. CEO Dr. Kurt Bock, wusste bei der gut besuchten 90. Ausgabe der „Wirtschaftsgespräche am Main" zu berichten, welche Herausforderungen der Standort Europa für Chemieunternehmen bereithält und was es heißt, ein echter global Player zu sein: „Innovation ist der wesentliche Wachstums- und Erfolgsbringer".

150 Jahre wird der Chemie-Riese aus Ludwigshafen in diesem Jahr alt - eineinhalb Jahrhunderte, in denen sich Unternehmen und Märkte stark verändert haben. Und dennoch: „Viele Fragestellungen sind die gleichen, aber die Lösungen sind inzwischen ganz andere", so Dr. Bock. Angesichts einer rasant wachsenden Weltbevölkerung sei ein gutes Beispiel hier die nach wie vor notwendige Produktivitätssteigerung im Ackerbau. Heute setzt BASF auf die Entwicklung biologischer Pflanzenschutzmittel, der klassische Düngemittelbereich wurde vor drei Jahren verkauft. Und das, obwohl das von BASF „erfundene" Verfahren zur industriellen Herstellung des Düngemittelgrundstoffs Ammoniak einen Eckpfeiler der unternehmerischen Erfolgsgeschichte bildet.

Wie wichtig es für einen globalen Chemiekonzern ist, immer wieder neue Wege zu gehen, zeigten auch die vielen beeindruckenden Zahlen, die der BASF-Chef im Gepäck hatte. Zwei Milliarden Euro gibt das Unternehmen mit seinen über 113.000 Mitarbeitern jährlich für Forschung und Entwicklung aus und hält damit die Position des weltweit erfolgreichsten Patentierers in der Industrie. Aber China kommt - und das wird laut Dr. Bock auch so bleiben, trotz Börsencrash und jüngster Negativzahlen. „80 Prozent des Zuwachses auf dem Chemiemarkt stammten in den letzten Jahren aus Asien, ein Drittel der Patente kam aus China." Europa könne sich nicht auf der Vergangenheit ausruhen. Als Hochpreisinsel im Rohstoffbereich gehöre eine ressourcenschonendere Produktion zu den ganz großen Herausforderungen, genauso das ausgerufene Klimaziel zur Dekarbonisierung und das generell niedrige Akzeptanzlevel für die Industrie. „Wie gehen wir künftig mit neuen Technologien um? In Europa herrscht ein Vorsichtsprinzip, dem wir das Innovationsprinzip entgegensetzen müssen."

Besonders interessierte die rund 100 Gäste natürlich auch der Blick des Redners auf die Rolle der Metropolregionen. In seiner Begrüßung hatte der Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsinitiative Prof. Wilhelm Bender schon auf die strukturelle Vorbildfunktion der BASF-Heimatregion verwiesen. Obwohl deutlich kleiner als FrankfurtRheinMain, kann sie seit zehn Jahren auf einen Staatsvertrag der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz bauen, der eine schlagkräftigere Zusammenarbeit in der Metropolregion möglich macht. Ein bisschen Wettbewerb zwischen den Metropolregionen bewertete Dr. Bock insgesamt positiv, „aber an den wichtigen Punkten müssen wir künftig noch besser zusammenarbeiten."

„Wirtschaftsgespräche am Main" ist ein exklusives Veranstaltungs-angebot und Kooperationsformat, das die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain gemeinsam mit der Messe Frankfurt, dem Hotel InterContinental Frankfurt und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausrichtet.

 

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