Tag der Metropolregion

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  • 17.04.2015

„Erklärung zur Zukunft der Metropolregion“ stärkt Zusammenarbeit in FrankfurtRheinMain

Der 17. April 2015 markiert einen echten Meilenstein: Am „Tag der Metropolregion FrankfurtRheinMain“ haben sich die Repräsentanten der Städte, Kreise und Gemeinden und die wichtigsten Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam klar zu einer engeren regionalen Kooperation bekannt. Höhepunkt war die feierliche Unterzeichnung der „Erklärung zur Zukunft der Metropolregion FrankfurtRheinMain“ in der Paulskirche. Rückenwind gab es dabei von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, der als prominenter Gastredner den Bogen vom Europa der Regionen zum interkontinentalen Wettbewerb der Zukunft schlug und befand: „FrankfurtRheinMain ist auf dem richtigen Weg.“

700 Gäste, darunter 18 Landräte und sieben Oberbürgermeister aus drei Bundesländern, waren an Frankfurts symbol- und geschichtsträchtigstem Ort zusammengekommen. Oberbürgermeister Peter Feldmann machte als Gastgeber den Auftakt und berichtete von dem angestoßenen regionalen Vernetzungsprozess. „Ich erhoffe mir eine Stärkung des Wir-Gefühls in der Region – einen wirklichen Schub.“

Anschließend brachte es EU-Parlamentspräsident Martin Schulz auf den Punkt: „Es geht immer um eine sichere Zukunft für die Menschen – politisch und ökonomisch.“ Bis 2050 skizzierte er ein herausforderndes Szenario. Dem interkontinentalen Wettstreit der Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme könne Europa nur gemeinsam begegnen. „Regionale Zusammenschlüsse sind die Zukunft und der richtige Weg, Verteilungsschnelligkeit, Bildung, Kultur und Verkehrsinfrastruktur optimal zu organisieren. FrankfurtRheinMain hat beste Voraussetzungen!“

Die Erklärung, an deren Entstehung die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain gemeinsam mit allen beteiligten Partnern in den letzten Monaten intensiv mitgewirkt hat, beinhaltet ein klares Bekenntnis zur Metropolregion und definiert elf Aufgabenfelder für eine bundesländerübergreifende Kooperation. Allen voran sind dies Wirtschaft & Arbeit, Wohnen, Mobilität, Energie und Bildung. Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt und stellvertretender Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative, formulierte in seinem Vortrag, worin sich alle Unterzeichner im Kern einig sind: „Nur eine staatsvertraglich geregelte Zusammenarbeit zwischen Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern wird uns den notwendigen qualitativen Sprung ermöglichen.“

In der nachfolgenden hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion konkretisierte Prof. Dr. Kristina Sinemus, Müllers Pendant im Präsidium der IHK Darmstadt und Beiratsmitglied der Wirtschaftsinitiative, die Perspektive der Wirtschaft: „Wir brauchen einen Konsens über Entwicklungsziele – und Projekte, die die Region erfahrbar machen“. Leuchtturmprojekt könne die revitalisierte Idee einer Internationalen Bauausstellung sein – aber neu interpretiert.

Die Zusammensetzung der von der FAZ-Journalistin Mechthild Harting moderierten Diskussionsrunde spiegelte denn auch die Spannbreite der Metropolregion – sowohl geografisch als auch inhaltlich. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling und Landrat Dr. Ulrich Reuter vom Landkreis Aschaffenburg versprachen, sich bei ihren jeweiligen Landesregierungen für einen Staatsvertrag einzusetzen. Regionaldirektor Ludger Stüve betonte, die Wirtschaft solle die Politik fördern und fordern. Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch monierte, dass die Landesregierungen erst im zweiten Schritt an den Tisch geholt werden. Den eindrucksvollen Schlusspunkt setzte Matthias Wilkes –gehört sein Landkreis doch zwei Metropolregionen an. Rhein-Neckar verfügt seit 11 Jahren über einen Staatsvertrag zwischen den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. „FrankfurtRheinMain verkauft sich unter Wert. Das müssen wir dringend ändern.“ Sein Fazit: „Dieser Tag ist historisch.“

Nach der offiziellen Verlesung der Erklärung schritten die anwesenden Gäste zur Unterschrift. Im Anschluss ging es gemeinsam in die Römerhallen. Die Bürgerinnen und Bürger von FrankfurtRheinMain waren eingeladen, auf dem „Marktplatz der Metropolregion“ kulinarische Spezialitäten und kulturelle Gemeinsamkeiten zu entdecken und zu erleben.

Die Wirtschaftsinitiative fungierte zusammen mit der IHK Frankfurt, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain und der FrankfurtRheinMain GmbH – International Marketing of the Region als offizieller Partner des Aktionstages.