Wirtschaftsgespräche am Main mit Jens Weidmann

Veranstaltungen

  • 27.11.2014

Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank

„Die politische Antwort auf die demografische Herausforderung wird mit darüber entscheiden, ob die deutsche Wirtschaft ihre Spitzenposition in vielen Bereichen halten kann", so die Überzeugung von Dr. Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank. Der hochkarätige Gastredner nahm sich bei den 87. Wirtschaftsgesprächen am Main des Megatrends „Alterung der Gesellschaft" an und schilderte dem gespannten Publikum, welche gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen er in Deutschland sieht - und was er von der Politik in Zukunft erwartet.

Er kam, schwieg - und sprach: Für viele Gäste überraschend brachte Weidmann keinen geldpolitischen Vortrag mit ins Frankfurter Hotel InterContinental. Der Grund ist einfach: Kurz vor der nächsten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche läuft die übliche Schweigeperiode. Doch nicht minder wichtig und gewichtig: das gewählte Demografie-Thema. „Unser Land gleicht einem Ruderboot. Die Zahl der Ruderer schrumpft, die Zahl der älteren Passagiere steigt", fasste Weidmann in einem eindrücklichen Bild zusammen. Dieser Prozess sei nicht umkehrbar, nur abzumildern. Doch wie dieses Boot steuern - und wohin? Auf jeden Fall müsse die Richtung stimmen, in die gerudert wird.   Bereits in seinen einleitenden Worten hatte der Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsinitiative Prof. Wilhelm Bender zugespitzt: „Deutschland hat es sich zu lange geleistet zu sagen: Wir sind kein Eiwanderungsland." Einig waren sich Bender und Weidmann, dass die demografiebedingte Fachkräfteentwicklung für die Wirtschaft längst keine abstrakte Thematik mehr ist, sondern gerade in Rhein-Main sehr real. Beide berichteten von aktuellen unternehmerischen Initiativen, die Prämien ausloben, wenn Mitarbeiter neue Mitarbeiter werben.  

Ausführlich beleuchtete der Notenbank-Chef in seinem Vortrag die Themenfelder Arbeitsmarkt, Erwerbsbeteiligung und Zuwanderung, aber auch Arbeitsproduktivität, Bildung und Innovation, Investitionen und Wachstumsstrategien. Und natürlich ordnete er die demografische Entwicklung in den Kontext der Geldpolitik und Stabilitätskultur ein. Sein Fazit: „Maßnahmen, die das Wachstum, die Produktivität und den technischen Fortschritt fördern, sowie Maßnahmen, die zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen beitragen, weisen hier den richtigen Weg."   Zuvor einer der wichtigsten Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, hatte der promovierte Volkswirt 2011 das Amt des Bundesbankpräsidenten übernommen - als jüngster in der Geschichte.   

Ausführliche Informationen zur Rede von Dr. Jens Weidmann finden Sie hier: http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2014/2014_11_27_weidmann.html.

 „Wirtschaftsgespräche am Main" ist ein exklusives Veranstaltungsangebot und Kooperationsformat, das die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain gemeinsam mit der Messe Frankfurt, dem Hotel InterContinental Frankfurt und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausrichtet.

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